Eselsbrücken erleichtern Erste Hilfe

Bei einem DRK-Informationstag für Kinder haben am Mittwoch weit über 100 Gäste in der Auerbacher Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Spaß und Ernst gekoppelt.

Auerbach.

Fest drücken ist klar. Aber wie oft und wie schnell? Gunter Bauer erklärt den Kindern um sich herum ganz genau, wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung abläuft. "Wenn ihr vor euch hin summt, habt ihr den richtigen Takt dazu", sagt der Lehrausbilder vom DRK-Kreisverband Auerbach. Vor sich hin summen heißt: im Stillen ein Schlagerlied singen. Es sind Eselsbrücken wie diese, die im Gedächtnis haften bleiben. Auch die Anzahl der Herzdruckmassagen ist einprägsam: "Nach dem 30. Mal drücken wird beatmet."

Weit über 100 Mädchen und Jungen aus Auerbach und Umgebung rüsteten sich am Mittwoch bei einem Erste-Hilfe-Tag in der Auerbacher Göltzschtalgalerie für den Notfall. Alle waren im Kindergarten-, Hort- und Vorschulalter. Kennenlernen, beobachten, anfassen und mitmachen hieß der Leitgedanke. Dazu hatte die Göltzschtalgalerie allerhand Leute ins Haus geholt, die Wissen weitergeben konnten: Vertreter des DRK-Kreisverbandes und der DRK-Bereitschaft Auerbach, außerdem das Jugend-Rot-Kreuz. Neben Wiederbelebungsmaßnahmen lernten die Kinder noch eine ganze Menge mehr: wie Rettungsdecken richtig verwendet werden, wie ein Verband angelegt wird - und wie ein Krankenwagen von innen aussieht.


"Hier zeigen wir den Kindern richtiges Lagern und Transportieren auf der Trage", erklärte Alexander Schädlich vom DRK-Bereitschaftsdienst, während sich Freiwillige zu Demonstrationszwecken als "Patienten" zur Verfügung stellten. Er gehörte zur Krankenwagen-Besatzung. "Das soll alles auch ein bisschen Angst nehmen", sagte der stellvertretende Bereitschaftsleiter. "Wir erklären aber mehr das Technische als das Medizinische."

An der Wiederbelebungs-Station von Gunter Bauer rückte inzwischen die nächste Gruppe nach. "Drücken und beatmen sollten sie kennen", sagte er. Das sei wichtig bei Unfällen zu Hause, im Kindergarten und in der Schule. Dem Ausbilder zufolge kommen relativ wenige junge Menschen gänzlich ohne Vorkenntnisse zu solchen Veranstaltungen. "Wir haben mehrfach Kinder da, die zu Hause Krankenhaus-Serien sehen", erzählte er. "Von da bringen sie einiges Wissen mit."

Nicht nur bei den eigentlichen Adressaten kam der Infotag gut an. "Das ist eine schöne Sache", urteilte Laura Kasiske von der Ellefelder Grundschule. 40 Hortbesucher und Vorschüler unternahmen von dort eine Exkursion nach Auerbach. "Im Hort haben wir fast 100 Kinder und sind teils zu viert für sie da", berichtete die Erzieherin. "Da ist es schon gut, wenn auch die Kinder wissen, was bei einem Notfall zu tun ist."

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