Etwa 100 Raritäten kommen in Pfaffengrün ans Tageslicht

DDR-Technikgeschichte von der Reiseschreibmaschine bis zum stattlichen Halle-Radio zeigt jetzt eine Ausstellung im Rittergut. Technik-Fans bleibt nur wenig Zeit zum Anschauen.

Pfaffengrün.

Entdecker, Technik-Enthusiasten und Nostalgiker kommen diese Woche gleichermaßen auf ihre Kosten. Am Wochenende werden im Herrenhaus des Pfaffengrüner Rittergutes sowohl Raritäten als auch Gängiges aus DDR-Produktion zu sehen sein: Schreibmaschinen, Radios, Bildwerfer und andere Vorführgeräte, Fotoapparate, Mikroskope und Telefone aus der Zeit von 1945 bis zur Wende. Gäste können etwa 100 Exponate in Augenschein nehmen, Fragen stellen oder auch beantworten. Denn manches, was die Sektion F 173 vom Kultur- und Heimatverein Holzbachtal im Rittergutsdepot "ausgegraben" hat, wirft Fragen auf.

Dabei hat Vorstandsmitglied und Sektionsleiter Gerhard Jacobi etliche Stunden am Computer verbracht und recherchiert. Gerne würden er und seine Mitstreiter mehr erfahren zu einer Kamera der französischen Marke Baulieu. Jacobi ist überzeugt, dass genau dieses Gerät einst während der Friedensfahrt zum Einsatz kam, den letzten Weltmeisterschaftslauf auf dem Sachsenring erlebte und folglich Sportgeschichte mitschrieb. Seit 30 Jahren ist es Bestandteil der Dauerausstellung im Rittergut. Auf ihrer Zeitreise zurück in DDR-Technikgeschichte kommen Besucher auch an Fotoapparaten vorbei. "Auf dem Gebiet war die DDR stark", erinnert sich Gerhard Jacobi. "Die Spiegelreflexkameras sind auch in den Westen exportiert worden."

Als absolute Rarität stuft der Vereinshistoriker ein Radio ein, das 1948 in Sonneberg-Köppelsdorf gebaut wurde. Einen ähnlichen Status hat wohl der mächtige Empfänger mit der Bezeichnung Halle 5120. "Die Radios sind auch nicht so oft gebaut worden", weiß der Pfaffengrüner. Zu anderen Exponaten kann er mehr erzählen, will aber vorab nichts verraten. Nur so viel: "Da stecken schöne Geschichten drin." Wenigstens 60 Jahre alt ist nach seiner Schätzung eine Leinwand. "Damals wurde für das Gestell noch Holz verwendet." Bei der Zeiteingrenzung drückt die Sektion letztendlich doch ein Auge zu. Denn manche Schaustücke stammen noch aus der Vorkriegszeit.

Als Ergänzung zu längst ausgedienter und fast vergessener Technik will Gerhard Jacobi seine Dia-Serie mit Aufnahmen aus dem ehemaligen Landkreis Auerbach in den 1950er Jahren mitbringen. Dazu will er ein altes Vorführgerät verwenden. Einige der Bilder könnten er und seine jungen Mitstreiter von der Sektion F 173 nicht zuordnen, sagte Jacobi . "Vielleicht gibt es jemanden, der uns weiterhelfen kann."

Service Die Ausstellung im Pfaffengrüner Rittergut hat nur am Samstag, den 16. März von 13bis 18 Uhr, und am Sonntag, den 17.März von 9 bis 13 Uhr, geöffnet. Für Erwachsene kostet der Eintritt 2 Euro, Kinder zahlen nichts.

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