Fährtenarbeit verlangt Spürnasen viel ab

Erstmals haben die Rodewischer Hundesportler eine Landesmeisterschaft ausgerichtet. Pech für den Verein, dass ausgerechnet das einzige Team der Gastgeber absagen musste.

Rodewisch.

Zwei Tage vor Beginn der 26. Landesmeisterschaft für Fährtenhunde am Wochenende hat es den Rodewischer Hundesportverein hart getroffen: Ausgerechnet das einzige qualifizierte Mensch-Hund-Team aus den eigenen Reihen musste absagen. Ralf Schlegelmilchs französischer Schäferhund Romilys Endor hat sich eine Krankheit eingefangen. "Es ist nicht schlimm", sagte Vereinschef Markus Baumann. Aber trotzdem: Die Meisterschaft hätte vielleicht anders enden können. Denn Schlegelmilch und seine Spürnase sind Doppelweltmeister der Jahre 2011 und 2013.

Der Siegerpokal ging nach Johanngeorgenstadt. Peter Ruth und Benito vom Sachsenstern, ein Riesenschnauzer, sammelten die meisten Punkte. Wie haben sie das geschafft? "Üben, üben, üben", sagte er. Wie die zwölf Konkurrenzteams mussten beide auf Feldern 1800 Schritte gehen und dabei einer Fährte folgen. Entlang des Weges befanden sich sieben zu findende Gegenstände, die ein Fährtenleger platzierte. "Der Hund muss die Fährte aufnehmen, verfolgen und verweisen", berichtete Peter Ruth. Verweisen bedeutet: seinen Fund anzeigen. "Obendrein darf sich der Hund nicht durch eine andere Fährte ablenken lassen", erklärte Marianne Fischer. Die Hundesportlerin aus Pirna und ihr Deutscher Schäferhund Chaos vom Lippewäldchen landeten auf Rang zwei.

Zum ersten Mal richteten die Rodewischer Hundesportler eine Sachsenmeisterschaft in dieser Disziplin aus. "Da gibt es viel zu beachten", sagte Markus Baumann und zählte auf: "Organisation, Verträge schließen mit den Flächeneigentümern." Zwei Landwirtschaftsbetriebe der Region stellten insgesamt 200 Hektar ihres Bodens zur Verfügung. "So etwas ist nicht selbstverständlich", sagte der Vereinschef.

Zweimal pro Woche treffen sich 30 Frauen und Männer im Alter von 30 bis 81 Jahren am Rodewischer Stadtrand zur Hobbypflege. Dazukommen kann jeder Hundehalter. Allerdings müsse das Tier versichert und geimpft sein, betonte Markus Baumann. Für ältere Hunde mit guter Nase ist seinen Aussagen zufolge die Fährtenarbeit geeignet, bei der keine Hindernisse überwunden werden müssen. Für junge Vierbeiner biete sich die Begleithundeausbildung an, um Grundkommandos zu lernen. Korrekte Erziehung sei ein wichtiges Thema, so Baumann. "Man hört oft, dass ein Hund jemanden angefallen hat. Genau das wollen wir nicht." Er lege jedem Herrchen und Frauchen nahe, einen solchen Kurs zu besuchen und 60 Euro in zehn Unterrichtsstunden zu investieren. www.hsv-rodewisch.de

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