Falkenstein bekommt Rolli-Karussell

Behinderten Kindern kann es im Stadtpark demnächst genauso schwindlig werden, wie nicht behinderten. Ein besonderes Förderprogramm bringt die Gleichstellung in Schwung.

Falkenstein.

Ein ungewöhnliches Karussell wird demnächst seinen Platz im Falkensteiner Stadtpark finden: Das ebenerdige Gerät kann auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden. Das "integrative Rolli-Karussell" bietet Platz für zwei Rollstühle und für vier weitere Personen gleichzeitig. Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Falkensteiner Stadtrat dafür den Zuschlag erteilt: Die Firma Sport-Thieme aus Grasleben (Niedersachsen) wird das Spielgerät für rund 20.000 Euro liefern. Sie war der einzige Anbieter, der es in der verlangten Größe und entsprechend den sonstigen Anforderungen bereitstellen konnte. Der Großteil der Kosten, nämlich 18.000 Euro, werden aus dem Förderprogramm "Lieblingsplätze für alle" finanziert.

Die Pläne zur Anschaffung des Karussells laufen nach Auskunft von Judith Schönherr, Mitarbeiterin im Bereich Kultur und Einrichtungen, schon eine ganze Weile: "Als ich vor einem Jahr kam, waren sie schon im Gespräch." Zunächst sei der Tierpark als Standort vorgeschlagen worden. Dann habe man sich jedoch für den Stadtpark entschieden, weil er für jeden frei und kostenlos zugänglich sei. Das Karussell habe man favorisiert, da es von Behinderten und Nicht-Behinderten zusammen genutzt werden kann: "Das ist das Schöne daran." Das Programm "Liebljngsplätze für alle" habe dann die Chance geboten, die Pläne zu realisieren.

Wie Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) ergänzt, haben im Falkensteiner Stadtpark gerade die Erdarbeiten für die neue Bühne und den Zuschauerbereich begonnen. Im nächsten Jahr sollen sie abgeschlossen werden: "Ein schöner Rahmen für die Eröffnung wäre natürlich das Stadtpark-Fest, das Ende Juli/Anfang August gefeiert wird." Das Rolli-Karussell solle noch bis Jahresende installiert werden. "Wir wissen von keinem anderen dieser Art in der Region, kennen es bisher nur aus dem Katalog", so Siegemund. "Vermutlich ist es im Vogtland einmalig - aber mit solchen Angaben muss man ja vorsichtig sein." Nach Angaben von Hersteller Sport-Thieme befindet sich die Drehmechanik des Geräts komplett unter der Erde: "Dadurch ist die Einfahrt ebenerdig, was zusätzlichem Komfort für Rollstuhlfahrer bedeutet. Das Karussell kann mittels feststehendem Handrad selbstständig in Bewegung gebracht werden."


Lieblingsplätze für alle

In der dritten Runde des Programms Barrierefreies Bauen "Lieblingsplätze für alle" werden 18 Vorhaben im Vogtlandkreis mit mehr als 168.000 Euro gefördert. Das hat das Landratsamts mitgeteilt. Vereine, öffentliche Einrichtungen, Städte, Kirchen und touristische Einrichtungen können noch in diesem Jahr Gebäude barrierefrei umbauen und damit für jedermann zugänglich machen. Die Fördersummen liegen zwischen 400 und 25.000 Euro, wobei letztere Summe die Höchstgrenze ist.

Knapp 73.000 Euro kommen als Eigenmittel von Kommunen, Einrichtungen oder Firmen. Rodewisch erhält beispielsweise für den barrierefreien Zugang zur Sternwarte 7400 Euro und für seine Musikschule 20.000 Euro (für barrierefreie Toiletten und für zwei Rampen zum Konzertsaal); Falkenstein 18.000 Euro für das Rollstuhlfahrer-Karussell im Stadtpark.

In den vergangenen Jahren hatten unter anderem das Kulturhaus Beerheide, das Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach, Schloss Voigtsberg und das Parktheater Plauen, aber auch Arztpraxen, Gaststätten oder Geschäfte von dem Programm profitiert. (bap/how/lk)

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