Falkenstein feiert in den Herbst

Mit einem Programm- und Wettermix hat die Kirmes am Wochenende mal weniger und mal richtig viele Gäste angezogen.

Falkenstein.

Manchmal sitzt das Wetter einfach am längeren Hebel. "Sammertime" nannte Jana Sammer ihr Konzert zur Falkensteiner Kirmes, aber der Samstagnachmittag erinnerte wenig an den vergangenen Sommer. Wer sich ins Festzelt auf dem Jahnplatz wagte und länger bleiben wollte, musste sich dick einpacken oder mit reichlich Glühwein versorgen. Etwa 50 Gäste hörten trotzdem zu. Vor so wenig Publikum sang die Grünbacherin eigenen Worten zufolge noch nie. Sie zeigte aber auch Verständnis: "Bei dem Wetter würde ich wahrscheinlich auch lieber zu Hause auf dem Sofa bleiben."

Das Konzert reihte sich in eine Veranstaltungsserie zum 25. Bühnenjubiläum ein. Nächstes Jahr kommt Jana Sammers neues Album auf den Markt. Bis dahin mussten sich Falkensteiner Fans nicht gedulden. Einige neue Schlagertitel hatte die Grünbacherin schon im Gepäck. An ihrer Seite sang am Samstag Nele Krauß gegen Regen und Kälte an. Sie präsentierte drei Songs. Die fast 13-Jährige gehört zum Ensemble der Grünbacher Folkloristen und steuert selbst auf eine markante Zahl zu: In zwei Jahren feiert Nele achtjährige Bühnenpräsenz.

Die Falkensteiner Kirmes startete am Freitag mit einem Festumzug. Zum vierten Mal marschierten Vereine und Familien in Kolonne gut gelaunt zum Fassanstich. Genauso wenig scherte das trübe, regnerische Wetter die Musik- und Tanzgäste bis spät in die Nacht: Das Zelt war randvoll und die Stimmung kochte fast über. An den beiden Wochenendtagen folgte der Ablauf einem bewährten Fahrplan mit Kreativ- und Trödelmarkt, Fußball, Rummel, noch mehr Musik und Erntedank-Veranstaltungen in der Kirche zum Heiligen Kreuz.


Angebots-Vielfalt

Schwemme bei Schwamme

Viel zu entdecken gab es am Stand der Arbeitsgemeinschaft Vogtländische Mykologen. 190 Arten hatten die Berater aufgetischt. Normalerweise sind es etwa 160. Möglich machte das der Wetterumschwung. "Wir haben jetzt ein regelrechtes Massenaufkommen bei Maronen, Steinpilzen und Rotkappen", freute sich Wolfgang Stark. Unter die Raritäten mischte sich ein Riesensteinpilz mit einem Gewicht von geschätzten 900 Gramm. Auch Kiefernsteinpilze zählen dem Berater zufolge zu den seltenen Funden.

Energie aus Beinkraft

Kräftig in die Pedale treten, das war an einem der etwa 20 Mitmach-Stationen von Silke und Nils Tiebel gewünscht. Ihre Freiberger Firma Neugier-Express macht Naturwissenschaften und Technik in Form von spannenden Experimenten erlebbar. Die Pedale gehörten zu einem Elektrofahrrad, das mit menschlicher Beinkraft und sechs Dynamos eine Modelleisenbahn, einen Fernseher und mehrere Getriebemodelle in Gang setzte. "Alles ist selbst ausgedacht und gebaut", erklärte Nils Tiebel. "Die Kinder sollen merken, dass man zur Energieerzeugung Kraft braucht."

Warme Wolle statt kühles Gold

Mit einem Spinnrad setzte sich Dorit Güttler aus Aue zwischen die Kreativmarkt-Leute. Viele Besucher schauten ihr auf die Finger, während sie Schafwolle in Garn verwandelte. Dabei drängte sich die eine oder andere märchenhafte Frage auf. Unter anderem die, ob sie einschlafe, wenn sie sich steche. "Das geht gar nicht, weil der Aufbau heute ein anderer ist und es die Spitze gar nicht mehr gibt", antwortete Güttler dann. Gold spinnen könne sie genauso wenig. "Dann würde ich auf keinem Markt mehr sitzen." (dien)

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