Falkensteiner "Sonne" wird zum kroatischen Restaurant

Spätestens am Dienstag soll die Gaststätte in der August-Bebel-Straße ihre Pforten öffnen. Der neue Wirt sieht in Falkenstein eine Marktlücke.

Falkenstein.

Noch wohnt Miro Cavlovic (53) in Markneukirchen - doch bald wird er wohl an seinen neuen Arbeitsort Falkenstein umziehen. Dort will er spätestens am Dienstag, vielleicht sogar schon am Montag sein Restaurant "Croatia" eröffnen - in den Räumen der traditionsreichen Gaststätte "Zur Sonne" in der August-Bebel-Straße 2. Der alte Name soll sozusagen als "Untertitel" erhalten bleiben. Ob es mit der Montagöffnung noch klappt, hängt vor allem vom Funktionieren der Zapfanlagen ab, so Cavlovic.

Das Restaurant ist seit Jahren verwaist, mit einem kurzen Intermezzo 2017. Aber das Hotel darüber läuft gut, und das ist für den kroatischen Gastronomen schon mal eine wichtige Basis. Dadurch habe er immer Gäste, und Falkenstein habe wesentlich mehr Potenzial als Erlbach, wo er seit April die Gaststätte "Tauscher" betrieb, meint der Wirt. Im Einzugsgebiet lebten deutlich mehr Menschen, und es gebe zugleich eine viel geringere Konkurrenz als in Erlbach. "Ich habe ein ganz anderes Angebot als die anderen Gaststätten hier, das wird funktionieren." Speziell am Montag bekomme man in der Region nichts zu essen, hat der Wirt beobachtet. Er will das ändern: Bei ihm ist Mittwoch Ruhetag.

Auf der umfangreichen Karte stehen die berühmten Cevapcici ebenso stehen wie Raznjici, Pola-Pola oder Lammhaxe, dazu ein Gericht namens "Lustiger Bosniak" - ein Schnitzel, das mit Kochschinken und Schafskäse gefüllt ist. Aber auch Scampi oder Calamari sowie vegetarische Gerichte wollen Cavlovic und sein Team servieren. Das besteht derzeit aus den kroatischen Köchinnen Dora Vinkler und Vedrana Chot, bei Bedarf kommt eine Servicekraft dazu. Bei ihm würden alle Speisen frisch zubereitet, versichert Cavlovic: "Es kommt nichts aus der Mikrowelle." Eigentlich sei die Küche in der "Sonne" für seine Zwecke zu klein - er hofft, dass er bald den benachbarten Ratskeller mit nutzen kann, speziell bei größeren Feiern. Beide Objekte gehören Matthias Müller, der den Kroaten auch nach Falkenstein gelotst hat.

Cavlovic hat lange Zeit an der kroatischen Adriaküste gearbeitet, während der Jugoslawien-Kriege ging er nach Österreich. Zuletzt wollte er in der alten Heimat seiner Familie in Bosnien-Herzegowina ein Lokal betreiben - doch als Kroate sei er in der heute serbisch dominierten "Republika Srpska" nicht gern gesehen gewesen: "Nachdem meine Fenster zum zweiten Mal kaputt waren, bin ich nach Deutschland gegangen." 2018 arbeitete er zunächst in Bayreuth, dann in Schönebeck, schließlich verschlug es ihn nach Erlbach. "Dort hatte ich schon viele Gäste aus Falkenstein", sagt er. Die haben ab nächste Woche einen kürzeren Weg, wenn sie Appetit auf Cevapcici oder Pola-Pola verspüren.

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