Feuerwehr-Ausbildung bald im Vogtland

Brandschützer müssen bisher mehr als zwei Stunden fahren, um sich fortzubilden. Doch daran soll sich demnächst etwas ändern.

Plauen.

Feuerwehrmann sein: Das heißt nicht, sich einfach in ein Auto zu setzen und loszufahren, wenn es brennt. So hat es Plauens Feuerwehrchef Jörg Pöcker kürzlich beschrieben. Eine gute Ausbildung sei dringend nötig - bei ehrenamtlichen Brandbekämpfern aber wegen der beruflichen Tätigkeit oft schwierig. Denn: In Nardt im Landkreis Bautzen befindet sich die zentrale Landesfeuer- und Katastrophenschutzschule Sachsen - mehr als zwei Stunden Fahrt entfernt vom Vogtland. Die Kurse laufen wochentags. "Ich habe einen Steuerberater dabei, der bekommt nie 14 Tage frei, um nach Nardt zu fahren", sagt Ortswehrleiter Thomas Golle aus Neundorf. Die Ausbildung an Samstagen wäre besser geeignet.

Über das Problem wird schon seit Langem in vogtländischen Wehren diskutiert - am Freitag sprachen Plauener Feuerwehr-Chefs darüber mit dem Staatssekretär im Innenministerium, Günther Schneider (CDU). Die Erkenntnis des Tages: Das Problem soll bald der Vergangenheit angehören. "Wir suchen derzeit ein Grundstück für eine feuerwehrtechnische Ausbildungsstätte", sagte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) bei der vom Plauener CDU-Landtagsabgeordneten Frank Heidan angeregten Zusammenkunft. Der Rathauschef meinte damit eine Ausbildungsstätte für das ganze Vogtland, in der an Wochenenden unterrichtet werden kann. Man wolle möglichst nahe an die Autobahn, sagte Oberdorfer.

Wie nötig eine solche regionale Einrichtung ist, bekräftigte Großfriesens Wehrleiter Rüdiger Maetzig: "Ein Ausbildungsstau ist vorhanden." Man liege damit teilweise zehn Jahre zurück. Auch an anderen Stellen drückt den Wehren der Schuh: Die Brandbekämpfer brauchen dringend neue Fahrzeuge. "Wir haben noch 50 bis 60 Altfahrzeuge aus der Zeit vor der Wende im Vogtlandkreis", sagte Pöcker. Die Anschaffung neuer Ausrüstung sei für viele Kommunen schwierig, weil sie trotz Förderung den Eigenanteil nicht aufbringen können. "Die Grenze ist da oft erreicht", sagte Pöcker. Die jetzt vom Freistaat zusätzlich zur Verfügung gestellten Mittel für die Feuerwehren in Höhe von insgesamt mehr als 40 Millionen Euro müsse man sachgerecht aufteilen.

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