Feuerwehr rettet Mofi-Gucker

Spektakulärer Einsatz am Wendelstein statt Mondfinsternis: Grünbacher Feuerwehrleute haben Freitagnacht zwei Vogtländer vom Felsen geborgen.

Grünbach.

Die Mondfinsternis am Freitag werden die Grünbacher Feuerwehrleute nicht so bald vergessen. Doch nicht wegen des eindrucksvollen Naturschauspiels am Nachthimmel, sondern wegen ihres Rettungseinsatzes am Wendelstein: Die Kameraden mussten eine junge Frau und einen Mann vom Wendelstein bergen, die auf dem Felsen aus bislang unbekannter Ursache bewusstlos geworden waren.

Die Vogtländer, nach Angaben der Feuerwehr beide um die 30 Jahre alt, waren zunächst allein auf dem 734 Meter hohen Wendelstein-Felsen im Waldgebiet nahe der Ortsmitte gewesen. Später hatten sie sich den Platz unterhalb der Triangulationssäule mit einer Gruppe Jugendlicher teilen müssen, die dort oben ebenfalls die Mondfinsternis beobachten wollten.

Der Notruf war gegen 22 Uhr von den Jugendlichen abgesetzt worden, als diese bemerkten, dass dem Paar zunächst schwindlig und unwohl wurde, wenig später wurden beide bewusstlos. "Es ist den Jugendlichen zu verdanken, dass die beiden verletzten Personen lebend dem Rettungsdienst übergeben werden konnten", lobte am Sonntag Gemeindewehrleiter Michael Breitfeld.

Den Einsatz der 15 Grünbacher Feuerwehrleute und 6 Rettungskräfte zu nächtlicher Stunde beschreibt der Feuerwehrkommandant als "wahrhaft schweißtreibende Angelegenheit". Denn die beiden Personen mussten im bewusstlosen Zustand vom Felsen geholt werden, der zudem nur eingeschränkt angefahren werden kann. Das Abseilen oder Abgleiten der Verletzten sei verworfen worden, da dies zu viel Zeit gekostet hätte. Die Bergung sei schließlich mittels der sogenannten Schleiftrage und mit Rettungsbrettern erfolgt, erklärte die Feuerwehr. Die Frau und der Mann seien mit allen medizinischen Anschlüssen auf Tragemitteln fixiert worden und den Wendelstein hinab gebracht worden. "Da die Zufahrt zum Felsen sehr eingeschränkt war, wurde ein Patient mit dem Krankenwagen, der andere mit dem Grünbacher Mannschaftstransportwagen aus dem Wald gebracht", so die Feuerwehr.

Laut Gemeindewehrleiter Breitfeld habe der Einsatz gezeigt, wie wichtig es sei, die Bergung von Personen im schwierigen Gelände zu üben. "Bei uns gehört das regelmäßig zur Ausbildung", so der Wehrleiter, der am Sonntag im Gespräch mit "Freie Presse" auch "eine perfekt funktionierende Rettungskette und Teamwork zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr" herausstellte.

Einziges Manko des Einsatzes: Mit dem beschaulichen Blick auf Mond und Mars, wie ihn sich die Grünbacher Feuerwehrleute nach ihrem Volleyball-Dienstsport am Freitag eigentlich vorgestellt hatten, wurde es nach Einsatzende gegen 1 Uhr am Samstag nichts mehr.

www.ff-gruenbach.de

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