Feuerwehr-Zoff in Auerbach: Kommt jetzt die Entspannung?

Nach monatelangen gegenseitigen Anschuldigungen schlagen die Kameraden wieder mildere Töne an. Die neue Feuerwehr- satzung steht zwar noch nicht, eine Leipziger Analyse hat aber offenbar Wunder gewirkt.

Auerbach.

Aufatmen in den Auerbacher Ortswehren: "Wir sind zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit jetzt wieder besser wird", heißt es unisono. Der Grund: Seit einem knappen Monat liegt Stadträten und Wehrleuten ein Papier vor, das für die Infrastruktur und Ausstattung der fünf Ortswehren mit 160 Mitgliedern richtungsweisend sein soll.

Demnach soll in keiner der fünf Einheiten der Rotstift angesetzt werden. In der Stadtwehr sowieso, aber auch in Rebesgrün, Vogelsgrün, Beerheide und Reumtengrün (hier gab der Ortsvorsteher Auskunft, der Wehrleiter ist im Urlaub) sieht man sich im Status quo bestätigt. Die Leiter der kleinen Ortswehren rechnen damit, dass auf Grundlage dessen der nächste Bedarfsplan, der 2020 ansteht, positiver ausfallen wird als bisher angenommen.


Im bis dahin gültigen Fünf-Jahres-Plan seien nämlich Einschnitte vorgesehen gewesen, beispielsweise beim Ersatz von Fahrzeugen. Auerbachs Stadtwehrleiter Gunter Heckel wiederum liest aus der Analyse deutlich den Anspruch seiner Einheit als Stützpunkt-Wehr heraus und ist damit ebenfalls zufrieden.

Die Bedarfsanalyse wurde von einer Leipziger Firma angefertigt und war monatelang erwartet worden, während sich der Konflikt innerhalb der Organisation und vor allem auf der Führungsebene weiter aufschaukelte - soweit, bis OB Manfred Deckert (parteilos) als oberster Dienstherr im Sommer 2018 die Gemeindewehrleitung beurlaubte.

Der Oberbürgermeister hatte nicht nur auf die externe Analyse als Basis für den nächsten offiziellen Bedarfsplan gesetzt, sondern gleichzeitig auch die Umstrukturierung der Hierarchien angekündigt. Eine entsprechend überarbeitete Feuerwehrsatzung sollte schon am kommenden Montag in der Februar-Sitzung des Stadtrates beschlossen werden. Inzwischen heißt es, die Entscheidung sei auf März vertagt, diesmal solle noch einmal nichtöffentlich beraten werden, wie auch das Leipziger Analyse-Papier nach wie vor nichtöffentlich behandelt wird.

Angesichts der offenbar beantworteten Fragen zur Daseinsberechtigung der einzelnen Wehren wird sichtbar, was ein Hintergrund für den Feuerwehr-Zoff in Auerbach war. Öffentlich ausgetragen wurde er seit eineinhalb Jahren zwischen Gemeindewehrleiter Karsten Neubert, der zugleich Reumtengrüns Ortswehrleiter ist, und dem Oberbürgermeister. Neubert- ranghöchster Feuerwehrmann in Auerbach - warf Deckert mehrmals vor, Gesetze zu brechen und bekam hierbei Schützenhilfe vom CDU- beziehungsweise jetzt AfD-Stadtrat Jens Bunzel. Bunzel hatte zuletzt vor allem die Beurlaubung der Gemeindewehrleitung scharf kritisiert und mehrmals in Frage gestellt, ob das mit der nach wie vor gültigen Feuerwehrsatzung vereinbar ist.

Als Neuberts weitere Kontrahenten im Gerangel um Kompetenzen wurden immer wieder der Stadt-Wehrleiter Gunter Heckel und der hauptamtliche Gerätewart Gerd Hummel genannt. Heckel, 65-jährig, wird Ende März von seinem Amt als Wehrleiter zurücktreten, an seine Stelle voraussichtlich der jetzige Stellvertreter Nico Voigtländer (39) rücken, wenn er gewählt wird.

Offiziell wissen die Wehrleiter noch nichts von der künftigen personellen Struktur, inoffiziell wird spekuliert- zum Beispiel darüber, dass es künftig einen hauptamtlichen Gemeindewehrleiter geben soll. Die Stadtverwaltung hält sich bedeckt.

Der Stadtrat Auerbach tagt am Montag ab 17 Uhr im Ratssaal.

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