Filmprojekt "Ziemlich tot" soll im Herbst Kinopremiere feiern

Die letzte Szene ist gedreht, aber bis zur Uraufführung hat Tom Asmussen noch viel zu tun. Läuft alles nach Plan, will der Auerbacher Filmemacher sein Erstlingswerk auf einem internationalen Festival präsentieren.

Auerbach.

Am Ende dauert es länger als gedacht: Eigentlich sollte "Ziemlich tot. Leben will gelernt sein" - der erste "richtige" Film von Tom Asmussen - diesen Sommer Premiere feiern. "Der Film ist ein Projekt von Enthusiasten, wir machen das in unserer Freizeit", sagt der Auerbacher Filmemacher zum Stand seines Herzensprojektes. Nun soll der Streifen, an dem Verwandte, Freunde und Bekannte von Asmussen vor und hinter der Kamera mitgewirkt haben, im Herbst seine Uraufführung erleben. "Die Premiere ist im Clubkino in Falkenstein, allerdings nur für Mitwirkende und Leute, die uns geholfen haben sowie deren Freunde und Verwandte", blickt der Freizeit-Filmer voraus.

Dass Asmussen mit seinem Erstling "Leben will gelernt sein", den er als "schwarze Komödie mit Horrorelementen" beschreibt, keine öffentliche Uraufführung anstrebt, hängt mit seinen Plänen zusammen: "Ich möchte den Film gern auf einem Festival präsentieren. Da gibt es unterschiedliche Kriterien, mal darf ein Film schon vor Publikum gelaufen sein, mal noch nicht. Ich will mir keine Chance verbauen", begründet Tom Asmussen.


Zumal Asmussen, der bei seinem ersten Film als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller vor und hinter der Kamera agiert, gleich ein internationales Festival im Blick hat: Der 28-Jährige, der bis zu seiner Rückkehr ins Vogtland 2017 zwei Jahre in Kolumbien gelebt hat, hofft auf eine Einladung zum "Festival de Cine al Mar" in Santa Marta, einer Großstadt in dem südamerikanischen Land. Das Filmfestival findet im Herbst zum 8. Mal statt. Freunde aus seiner Zeit in Kolumbiens Hauptstadt Bogota wollen seinen Film für das Festival vorschlagen.

Das bedeutet für den vogtländischen Filmemacher und seinen wichtigsten Mitstreiter, Pieter Müller von der Auerbacher PPM-Filmproduktion, zusätzliche Arbeit. Denn zur normalen Postproduktion mit Schnitt, Ton-Nachbearbeitung und digitaler Bearbeitung des Videomaterials kommt nun noch das Erstellen von Untertiteln auf Spanisch hinzu. Das kann Asmussen, der während seines Kolumbien-Aufenthaltes die Sprache gelernt hat, selbst bewerkstelligen. Oder mit Hilfe seiner kolumbianischen Freundin, die noch in dem Land lebt.

Auch wenn die Filmpremiere vom Sommer in den Herbst verschoben wurde - auf den Filmemacher und sein Team wartet noch viel Arbeit. "Wir haben zwar inzwischen alle Szenen gedreht, aber die Postproduktion ist doch langwierig", berichtet der Auerbacher von seinen Erfahrungen: "Wir nehmen uns zurzeit am Computer Szene für Szene vor. Zwei Tage die Woche, jeweils mindestens zwei Stunden Postproduktion - das dauert also noch eine Weile", sagt der Jungfilmer.

Überhaupt unterschätze so mancher den Aufwand. "In 30 Sekunden Film stecken manchmal anderthalb Stunden Drehzeit. Allein schon das Schminken: Bis ich als Zombie hergerichtet war, verging bestimmt eine halbe Stunde. Aber das Ergebnis sieht gut aus", lobt Asmussen seine Schwester Vivien, die als Maskenbildnerin und Schauspielerin am Film mitgewirkt hat.

Die letzte Szene wurde vor zehn Tagen in Zwickau gedreht, im Krematorium am städtischen Hauptfriedhof. "Nachdem wir für die Szene, die in einer Pathologie spielt, hier keine geeignete Location gefunden hatten oder Absprachen platzen, war die Zwickauer Friedhofsverwaltung total kooperativ", freut sich der Filmemacher. "Die haben uns sogar mit Requisiten unterstützt." Auch für eine Unfallszene, die nachts spielt, war der Aufwand größer als vom Filmemacher gedacht. "Geeignete Straße finden, das Wetter muss passen, alle Leute verfügbar sein - das erfordert viel Koordinierungsaufwand", berichtet der Filmenthusiast. Doch auch hier klappte es schließlich: Gedreht wurde auf der Bahnhofstraße in Rodewisch, den Unfallwagen stellte ein Bekannter zu Verfügung, der sein Auto ohnehin verschrotten wollte.

Ausdauer, Improvisationstalent und Ideen - das sind wichtigsten Eigenschaften, die ein Filmemacher braucht. Zumindest letztere scheinen Tom Asmussen nicht auszugehen. Der Auerbacher hat bereits Ideen für seinen nächsten Film: "Ein richtiger Kurzfilm, angesiedelt in der Realität: Provinz, Familie, Kriminalität" - mehr als Stichworte gibt der Filmemacher noch nicht preis. Denn erstmal muss er "Ziemlich tot. Leben will gelernt sein" auf die Leinwand bringen.

www.freiepresse.de/totmovie

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...