Flyerposse in Grünbach

Zu 30 Jahre Wiedervereinigung lädt Grünbach am Samstag zum Bürgerfest: Mit Flyern, auf denen die Deutschlandfahne verkehrt herum gedruckt ist. Der Bürgermeister ist um Schadensbegrenzung bemüht.

Grünbach.

Von 14 bis 17 Uhr soll am Samstag auf dem Kispi-Gelände in Grünbach gefeiert werden. Der Anlass: 30 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands. Seit Ende letzte Woche liegen die Flyer in den Grünbacher und Muldenberger Haushalten, sind Schaukästen und Anschlagtafeln damit bestückt. Doch bei der Produktion des Werbematerials ist etwas schief gegangen: Die Deutschlandfahne ist verkehrt herum abgebildet.

Ein Fauxpas: Denn die Nationalflagge auf den Kopf gestellt gilt als Code in der Reichsbürgerszene mit unterschiedlichen Interpretationen. Zudem sind Nationalsymbole, zu denen die bundesdeutsche Flagge zählt, staatsrechtlich geschützt und dürfen nicht verunglimpft werden. "Ausgerechnet im Zusammenhang mit dem Tag der Deutschen Einheit", so ein Mann aus dem Grünbacher Ortsteil Muldenberg, der namentlich nicht genannt werden will. Das dürfe nicht passieren, sagt er, die Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung hätten vor dem Druck genauer hinschauen müssen, ist er überzeugt.

Bürgermeister Ralf Kretzschmann (Initiative) reagiert fassungslos: Das sei ihm noch nicht aufgefallen, sagte er am gestrigen Dienstag auf Anfrage. Ihm sei die Tragweite dieses Versehens natürlich bewusst. Ihm und auch Teilen des Gemeinderates sei der Fehler im Entwurf nicht aufgefallen, beteuert er. Als Ortschef übernehme er natürlich die Verantwortung und werde deshalb zumindest die öffentlich ausgehängten Flyer entfernen lassen. Die Verteilung in den Haushalten lasse sich nicht rückgängig machen, sagte er.

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