Forstbezirk baut Kooperation aus

Ziel ist die parallele Entwicklung von Waldwirtschaft und Tourismus

Schönheide/Schnarrtanne.

Mitten im Wald, während einer Wanderung, haben Vertreter der Gemeinden Stützengrün und Schönheide sowie Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Der offizielle Akt war eingebettet in eine Exkursion, in der die Teilnehmer mehr zur aktuellen Situation des Waldes erfahren haben.

"Hierher gibt es schon lange gute Verbindungen", sagt der Forstbezirksleiter. Zudem habe die Region viele touristische Schwerpunkte. Stellvertretend nennt Schusser den Kuhbergturm und den Stausee bei Carolagrün. Auch ist das Wanderwegenetz gut ausgebaut. Dietrich Möckel, Wanderleiter des Erzgebirgischen Heimatvereins Schönheide, weiß, dass die Nachfrage nach Touren groß ist. So bietet er regelmäßig Wanderungen für die Gäste des Hotels "Zum Forstmeister" an.


Er begrüßt die Kooperation zwischen den Kommunen und dem Sachsenforst sehr. Denn ihr Ziel ist es, die Kräfte zu bündeln und die Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Das Hauptproblem war bisher nämlich, dass im Wald quasi jeder sein eigenes Süppchen gekocht hat. Die einen schilderten aus, andere bauten Bänke auf, und wieder andere sind für die Waldpflege zuständig. Anders als oft fälschlicherweise behauptet, habe der Forst großes Interesse daran, sanften Tourismus zu fördern. Als Beispiel nennt Schusser die Talsperre Eibenstock. "Dort haben wir circa 20 Sichtschneisen angelegt", sagt der Forstbezirksleiter. Parallel zu den Kooperationsvereinbarungen stellt der Forst Bänke und Sitzgruppen auf. "Diese stammen aus unserer eigenen Werkstatt und werden von unseren Lehrlingen gefertigt", erklärt der Forstbezirksleiter. Auch mit der Stadt Auerbach und ihren Erholungsorten wird eine Zusammenarbeit gepflegt. Beispielsweise wurden in diesem Jahr im Revier Grünheide Hinweistafeln zur Forstwirtschaft installiert und eine Blockhütte an der Sechs-Wege-Kreuzung eingeweiht. Weitere gemeinsame Projekte sind in Planung.

Schönheides Amtsverweser Eberhard Mädler verweist auf eine andere positive Tatsache. Erstmals hat der Forstbezirk Eibenstock den Wald quasi inventarisiert. GPS-Daten, Fotos und Zustand wurden dokumentiert und in eine Datenbank eingepflegt. (klin)

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