Forstwirte lüften Geheimnisse des Moores

Der Walderlebnistag am Samstag im Vogelsgrüner Haus des Gastes rückte das Forstrevier Grünheide in den Mittelpunkt.

Vogelsgrün.

Es gibt sie doch. Winzige Lichter im Moor, um die sich Mythen ranken. Das Modell eines solchen Lebensraumes steht in der aktuellen Dauerausstellung im Vogelsgrüner Haus des Gastes. Zum Walderlebnistag am Samstag klärten Fachmänner fragende Besucher auf.

Bei diesen Irrlichtern handele es sich um Gasentladungen, um aufsteigendes Methan, nannten Silvio Heymann und Wolfgang Heymann rationale Gründe für die geisterhafte Erscheinung. Das Modell ist eine Nachbildung des Grünheider Hochmoores.

Für die beiden Forstwirte sind Moore faszinierende Landschaftsgebiete. Ihre Entstehung verdanken sie ausschließlich Niederschlägen. "Da läuft nichts zu. Aber das Grünheider Hochmoor läuft aus und wird immer trockener", berichteten sie. Nicht nur deswegen raten die Fachleute Besuchern, sich von solchen Flächen möglichst fern zu halten. Denn auch Geschichten von versinkenden Menschen gehören nicht unbedingt ins Märchenreich: "Das kann in manchen Moorzonen durchaus passieren", sagte Wolfgang Heymann. Die Wasserflächen seien lediglich von schwimmenden Pflanzendecken überwachsen, in der Fachsprache als Schwingrasen bezeichnet. "Da kann es acht bis neun Meter abgehen." Auch unsichtbare Gänge, sogenannte Schlenken, können sich als Fallen entpuppen.

Die Schau zum Thema Wald und Jagd bildete das Herzstück des Walderlebnistages. "Mich begeistert, dass es bei uns so viele verschiedene Baumarten gibt", staunte selbst Hauschefin Claudia Gerisch. 21 der 22 porträtierten Gehölze wachsen in der Region. "Ich habe das Gefühl, da sind mindestens 80 Prozent der Arten abgedeckt", peilte Wolfgang Heymann über den Daumen.

Im Erdgeschoss zeigten die Briefmarken- und Ansichtskartenfreunde Auerbach einen Teil ihrer Schätze. Unter freiem Himmel stellte Falkner Mike Spitzner aus Schnarrtanne fünf seiner Greifvögel vor. Schräg gegenüber vom Kräuterstand breiteten Pilzberater Ilse Scholz und Wolfgang Stark ihre frische Ernte aus. Nicht nur der Steinpilz sei dank der jüngsten Regenfälle im Kommen, sagt Stark und kündigt einen guten Herbst an. Es sei "noch allerhand" zu erwarten.

Service Die Waldausstellung ist Montag und Dienstag 9 bis 12 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 13 bis 16 Uhr geöffnet, außerdem einmal pro Monat am Samstag von 13 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 03744 188080.

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