Für Technik-Freaks: Hier kann man tüfteln

Ob das Smartphone spinnt oder der Laptop auseinander genommen werden muss: Für Leute, die selbst Hand anlegen wollen, steht ab jetzt jeden Dienstagabend in Falkenstein eine Werkstatt offen.

Falkenstein.

Der 3-D-Drucker wäre für Robert Müller das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Dennoch zeigten sich der Programmierer und seine Arbeitskollegen bei der Eröffnung des Makerspace (dt.: Raum für Macher) am Samstag im Falkensteiner Kinder- und Jugendzentrum "Freizi" im Rathaus hoch zufrieden mit dem Erreichten: "Wir haben seit Wochen an der Einrichtung gebastelt und bis auf ein paar Kleinigkeiten alles fertiggestellt", sagte der 22-Jährige, der beim Rechenzentrenbetreiber Hetzner in Siebenhitz arbeitet. Das Thema basteln ist auch die Grundidee hinter der Technikwerkstatt im Freizeitzentrum, wie Müller erklärt:

"Ein paar Kollegen und ich hatten Ende 2016 die Idee zur Gründung eines Makerspace vor Ort für die Arbeit an unseren privaten Ideen, da es lediglich in Schöneck eine ähnliche Einrichtung im Vogtland gibt. Da unser Projekt aber von Beginn an der Allgemeinheit offen stehen sollte, konnten wir die Räumlichkeiten auf unserem Firmengelände nicht nutzen."

Bei Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) stießen Robert Müller und seine Mitstreiter mit der Anfrage nach einer geeigneten Räumlichkeit sofort auf offene Ohren. "Die Idee einer öffentlichen Technikwerkstatt begeisterte mich von Beginn an, sodass die Stadt als Träger des Freizeitzentrums den jungen Bastlern dort gerne eine Lokalität zur Verfügung gestellt hat", sagte Siegemund. Der Makerspace biete Menschen unterschiedlichster Altersklassen und Versiertheit die Möglichkeit, gemeinsam an technischen Geräten zu werkeln. Solche gemeinschaftlichen Erlebnisse gebe es heutzutage viel zu selten.

Das Modell des Falkensteiner Makerspace, dessen Ausstattung die Firma Hetzner gesponsert hat, ist dabei ganz simpel, wie Robert Müller als Werkstatt-Verantwortlicher erläutert: "Unsere High-Tech-Werkstatt ist für jedermann offen, der Spaß am Tüfteln an technischen Problemen hat, egal ob sie Hard- oder Software betreffen." Ob nun das Smartphone spinnt oder man den eigenen Laptop auseinandernehmen will: "Ab dem 2. Mai kann man jeden Dienstagabend zwischen 18 und 21 Uhr unser Know-how und unsere Arbeitsmittel nutzen und sich zwischen unseren eigenen Projekten ans Werk machen", ergänzt er.

Dabei bietet das Makerspace keine Reparaturdienstleistung gegen Bezahlung, sondern lediglich einen professionellen Platz zum Arbeiten an. Bezahlen müssen die Nutzer nur, was sie an Material verbrauchen.

Dass Robert Müller und die anderen Gründer des Falkensteiner Makerspace wohl nicht lange unter sich bleiben werden, zeigte der rege Besucherandrang bei der Eröffnung. "Mein Mann ist zwar schon 82, aber ein totaler Computer-Freak und freut sich schon sehr, bei den jungen Leuten vorbeischauen zu können", sagte die Falkensteinerin Ursula Popp. Ralf Baumann reiste sogar extra aus Plauen an: "Ich bin in der IT-Branche tätig und interessiere mich deshalb sehr für die Makerspace-Szene. Mit dem 3-D-Drucker in der Falkensteiner Werkstatt kann ich sogar das ein oder andere Spielzeug für meine Kinder herstellen lassen."

Dass das Gerät am Samstag noch nicht einsatzbereit war, hatte laut Robert Müller einen ganz einfachen Grund: "Als Lieferzeit wurden uns sieben bis neun Wochen genannt. Die sind verstrichen. In den nächsten Tagen müsste der Drucker aber bei uns eintreffen. Dann können die Nutzer unter anderem Modelle für ihre Projekte erstellen."

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