Funkmast soll auf Bezelberg

Der Gemeinderat geht das Projekt positiv an. Der Ort möchte sich mit einem stabilen Empfang hübsch für junge Familien machen.

Neustadt.

Um den Handy-Empfang ist es in Neustadt noch nie gut bestellt gewesen. Ortsteile wie Poppengrün sind noch immer weiße Flecken auf der Versorgungskarte. Das könnte sich in frühestens zwei Jahren ändern. Zur Sitzung am Mittwoch beriet der Gemeinderat über ein Projekt, das dort schon seit einiger Zeit Thema ist und auch Einwohner beschäftigt: Der 638 Meter hohe Bezelberg am Neustädter Ortsrand kommt als Standort für einen Mobilfunkmast in Frage.

Projekterörterung und Diskussion waren öffentlich, auch zwei Vertreter beteiligter Firmen eingeladen. Umso erstaunter zeigte sich Bürgermeister Gerd Zoller (Wählervereinigung), dass außer ihm und den Räten kein Einwohner da war. Obwohl es offensichtlich Gesprächsbedarf gibt: Mehrfach sei er auf das Thema angesprochen worden, so Zoller.


Umso mehr machten die Gemeinderäte von der Gelegenheit Gebrauch, sich ausführlich zu informieren und unbequeme Fragen zu stellen. Vor allem die nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Anwohner durch elektromagnetische Felder. "Etwa 300 Meter entfernt befindet sich das erste Wohngebiet", äußerte Bert Blechschmidt (Wählervereinigung) Bedenken. Vielleicht werde dort perspektivisch noch ein weiteres errichtet. Bolko Weilandt von der Deutschen Telekom Technik GmbH in Leipzig verwies auf einzuhaltende Grenzwerte für Mobilfunk-Sendeanlagen und auf Genehmigungen, welche die Bundesnetzagentur für jeden Standort erteilen müsse.

Errichtet werden soll der etwa 40 Meter hohe Funkturm mit drei Antennen für die Mobilfunk-Standards GSM und LTE 4 am Neustädter Bauhof. Also auf Gemeindegelände. Kommunale Grundstücke würden bei der Standortwahl bevorzugt, erklärte Uwe Möller von der RTI Berlin GmbH. Die Firma kooperiert mit Mobilfunkbetreibern und macht Standorte ausfindig. Nach anfänglichem Zögern befanden auch Bürgermeister und Gemeinderäte das Areal als geeignet. "Es war unser Anliegen, den Empfang zu verbessern, und ich sehe hier eine Chance", äußerte sich Marco Schneider (Wählervereinigung). "Wir sind ein relativ junges Dorf und müssen mit der Zeit gehen", sagte er. Bei Zuzügen jüngerer Menschen sei schlechter Handy-Empfang ein erstes Manko. Bislang befindet sich die Gemeinde in einem Flickenteppich verschiedener Netzanbieter. Bolko Weilandt zufolge könne der Funkturm für einen stabilen Empfang in Neustadt, Siebenhitz, Poppengrün, Unterneudorf, Siehdichfür und Unterwinn sorgen.

Mit dem Standort erklärten sich Bürgermeister Zoller und sein Rat noch aus einem anderen Grund einverstanden: Die Gemeinde kann eine neue Einnahmequelle erschließen. 15 Jahre soll der Vertrag laufen.

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