Galgenfrist für Heine-Linden in Falkenstein

Zukunftsaussichten für 48 Bäume sind düster

9Kommentare
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  • 3
    0
    finnas
    27.01.2013

    Ich kann meine Wut über die ständigen Baumfrevel kaum beherrschen. Man möchte den Verantwortlichen wünschen, dass sie eines Tages in einer sauerstoffarmen Atmosphäre nach Luft schnappen. Leider träfe das dann auch die Unschuldigen.

  • 1
    0
    gelöschter Nutzer
    27.01.2013

    @ThorstenMeyer:

    Es ist 16 Uhr, es schneit und der kleine Hügel an unserem 11-Geschosser füllt sich wieder mit Schnee - Schnee in der Hauptstadt ist im Gegensatz zum Vogtland eine Rarität.

    Vor über 20 Jahren konnte kein Kind hinterm Haus rodeln. Heute freuen sich die Kleinsten, wenn sie im vor über 15 Jahren neu gestalteten Hinterhof einen kleinen Berg hinab fahren können.

    Im Sommer haben wir viele Singvögel und mit Schlaf ist es oft schon um drei Uhr vorbei - aber nicht vom Fluglärm, sondern vom Gezwitscher der Vögel.
    Die Bäume sind jetzt auch so groß, dass man schon daran hochklettern könnte.

    Mein jetziger Innhof erinnert mich an meine vogtländische Heimat. Besuche ich aber meine Heimatstadt treuen, dann komme ich mir an vielen Stellen vor, wie im Berlin der 80-er Jahre:
    Einerseits Prunk- und Protzbauten, andererseits Ruinen, gefällte Bäume und Plätze ohne Charisma.

    Die Menschen im Vogtland sollten dankbar dafür sein, dass sie noch -ich betone: NOCH- in einer sehr grünen Umgebung wohnen.

    Unser Wohnumfeld wurde erst nach der Wende richtig grün. Würden hier mehr 4- oder 5-Geschosser stehern - es wären kaum Häuser zu sehn.

    Gerade jetzt, da es wieder schneit: Bis zum "Mont Klamott" ist es für uns nicht einmal soweit, wie ich früher in den Treuener Schieferbruch oder in die Auen von zuhause aus laufen musste.
    ...und auf dem "Mont Klamott" kann ich genauso gut und gefährlich Wintersport treiben wie in meiner Jugend in meiner Heimat.

    Wir Großstädter sind stolz auf unser Grün und jede Parkanlage wurde als "Geschützte Grünanlage" unter besonderen Schutz gestellt.

    Schade, dass ich das in meiner alten Heimat vermissen muss. Mal abgesehen von den Touristen-Hochburgen.
    Aber nicht diese Hochburgen sind das Vogtland allein, sondern auch die Städte und Dörfer außerhalb dieser touristischen Vorzeige-Landfschaften.

  • 6
    0
    ThorstenMeyer
    26.01.2013

    @crashy9708

    Alles was du sagst, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich wurde damals immer von meiner Oma am Kindergarten an der Heine-Straße abgeholt, genau wie viele andere Kinder auch. Heute fährt man bis vor die Tür und streitet sich noch um den besten Parkplatz direkt vorm Haus. Daheim setzt man die Kinder dann vor Playstation, PC und Fernseher. In die Natur gehen, wozu? Aber dann wundern sich die Eltern, dass ihr Kind verhaltensauffällig ist... Menschen brauchen die Natur, um sich nicht von sich selbst zu entfernen.

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    26.01.2013

    Wenn ich mir das Bild so ansehe, dann denke ich so an meine jetzige Heimat Berlin - da hat man alte Linden erstmal vernünftig ausgeästet ubnd stehen lassen - viele davon stehen heute noch, einige davon sind gefallen, aber niemand wurde Zeuge oder verletzt, wenn die Bäume nicht mehr standsicher waren und erst nach Jahren gefällt werden mussten.
    Auch in meinem jetzigen Wohnumfeld nahm der fahrende und ruhende Verkehr zu, aber bisher wurden die Straßen so belassen, wie sie schon seit ewigen Zeiten waren. Die Parkordnung wurde zwar geändert, sodass auch mehr Fahrzeuge Platz haben, aber die Bäume und Bordstgeine sind immer noch die alten und kein Baum verlor dabei seine Wurzeln und somit seine Standsicherheit.
    Der Verkehr muss ja auch nicht mit "50" Sachen dort vorbei Brettern. Selber fahre ich in der Hauptstadt einen 12-m-Bus und bin oft gezwungen, enge Straßen zu fahren.
    Mich störrt es nicht, mit weniger als 30 km/h an mein Ziel zu kommen - wären da nicht die PKW-Fahrer, die nicht wissen, wie man sich gegenüber anderen Fahrzeugen verhält.
    Wie ich so mitbekommen haben, dann gibt es hier auch eine Kita - ein beruhigter Verkehr ohne Schilder, der nur durch den ruhenden Verkehr beeinflußt wird, der reicht doch auch aus, oder?
    Wenn sich nun die Eltern mal wieder berklagen, dass der Weg vom eigenen Vehikel zur Kita nicht da wäre, dann sollten diese Eltern mal daran denken, wie sie vor über 30 Jahren in die Kita gebracht wurden. Da waren die Wege wesentlich weiter, aber die Großeltern der heutigen Enkel nicht zu bequem, mal früher aufzustehen und den Weg mit den Eltern von heute zu Fuß zu marschieren oder den ÖPNV zu nutzen. Zumal doch im Gewerbegebiet gegenüber wohl genügend Platz ist, einen PKW kurz zu parken und mit nur ein paar Metern mehr das Kind zur Kita zu bringen - Bewegung und frische Luft hat wohl noch niemand geschadet und erspart so den Weg zum Arzt oder ins Fitness-Studio!

  • 5
    0
    Josch
    26.01.2013

    Wow, 12.755 Euro! Baumgutachter scheint ein lukrativer Job zu sein. Ich glaub, ich lass mich umschulen.

  • 8
    0
    ThorstenMeyer
    26.01.2013

    Die Region Vogtland und Erzgebirge befindet sich LEIDER im freien Fall! Einige Leute saugen zur eigenen Bereicherung den letzten Tropfen Lebenssaft aus den Städten und Gemeinden. Richtig ist auch, dass der Abstieg in Falkenstein besonders schlimm ist. Die CDU hat hier in einem enormen Ausmaß rücksichtslos gewütet. Schaut euch in Falkenstein um: Falgard? Kultur? Musikgruppen? Ehemalige Prachtstraße Bahnhofstraße? Bahnhof? Gute Geschäfte? Geschäftszentrum unterhalb vom Rathaus? Zaun an der Talsperre? Förderung von SPORT UND KULTUR? Vandalismus! Besoffene Jugendliche! Verfallene Gründerzeithäuser!... Es kommen mir fast die Tränen, wenn ich durch meine Heimatstadt gehe. Unsere herrliche Landschaft kann mich zum Glück noch etwas trösten. Aber der geht es ja auch schon an den Kragen, wie man hier wieder sieht. NUR: Warum braucht eine Stadt noch super ausgebaute Straßen, wenn sie doch längst dem Untergang geweiht ist? Doch nur, damit sich wieder einige Leute bereichern können, oder? Hier werden Dinge zerstört, die Kaiserreich, WR, Drittes Reich und 40 Jahre DDR nicht in die Knie zwingen konnten! Mit der Fällung der Heine-Linden wird der Stadt Falkenstein ein großer Teil vom Herzen herausgerissen! Unfassbar! Eine Teilschuld kann sich dann aber auch die enorme CDU-Wählerschaft zuschreiben!

  • 5
    0
    gelöschter Nutzer
    26.01.2013

    Ich bin seit 1980 aus dem Vogtland weg - trotz Heimatgefühl und vielen neuen Errungenschaften nach der Wende kann ich nur feststellen:

    Was 40 Jahre Diktatur nicht geschaft haben - die "Demokratie" hat es uns jetzt ermöglicht:

    - Bauruinen
    - Ruinierte Immobilien
    - Straßen mit Löchern ohne Ende
    - Rodung gesunder Wälder für den Verkehr
    - Ein am Boden liegender ÖPNV mit Preisen, die nur noch ein Beamter in hoher Besoldungsgruppe aufbringen kann
    ...

  • 7
    0
    alter22
    26.01.2013

    Ja, ThorstenS. Wer bezahlt, bestellt die Musik (Gutachten).
    Ich denke nur an die "extrem einsturzgefärdete" Halle des Bades in Brunn. Hochdotierte Gutachten, aber die Halle steht trotzt strenger und schneereicher Winter immer noch. Es war doch den Verantwortlichen recht, das defizitäre Bad zu schließen und geschickt die Schuld auf "Gutachter" zu schieben.
    Noch ein Wort zu Falkenstein, die Stadt ist bereits den Bach runter. Ich bin seit 20 Jahren weg und wollte letztes Jahr Freuden die Schönheiten zeigen. Wanderung über die Bastei nach Grünbach, finde aber mal einen begehbaren Weg! Also Abbruch und Gang zum "Badestrand" der Talsperre. Zwischen Bergen von Abraum kaum ein Zugang und das im August. In Verbindung damit, dass scheinbar in der Stadt ab 18 Uhr "Ausgangsverbot" besteht, werden meine Bekannten bestimmt Falkenstein kaum wieder besuchen. Also lasst doch auch die Linden fällen. Schlimmer kann es kaum noch werden in der "schönen" Stadt Falkenstein.

  • 7
    0
    ThorstenS
    25.01.2013

    Hat jemand was anderes erwartet?
    Wer 12.755 Euro für ein Gutachten bezahlt, der will natürlich auch dementsprechende Ergebnisse sehen.
    Da bleibt nur, die ganze Pracht im Sommer nochmal fotografisch für die Nachwelt festzuhalten, bevor dann 2014 Falkenstein komplett sein Gesicht verliert.
    Falkenstein geht immer mehr den Bach runter und Rauchalles und Voigt merken es nicht mal.



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