Geläut steht unter Glücksstern

Die neuen Glocken für die Kirche Rodewisch klingen noch nicht perfekt, die alten schienen verschrottet. Doch es kam anders.

Rodewisch.

Aller guten Dinge sind drei. Der Spruch bewahrheitet sich hoffentlich Anfang August. Denn dann wird eine der drei Glocken für das neue Geläut der St.-Petrikirche Rodewisch noch einmal gegossen. Im dritten Anlauf werde der Guss sicherlich gelingen, ist Pfarrerin Beate Hadlich zuversichtlich.

"Die erste Glocke ist von den Glockensachverständigen abgenommen worden, die zweite wurde in der Glockengießerei in Brockscheid/ Eifel nachbearbeitet. Für sich genommen klingt jede Glocke gut, nur das Zusammenspiel war problematisch", fasst die Pfarrerin den aktuellen Stand zusammen. Von einem Rückschlag für das Rodewischer Glockenprojekt will sie ohnehin nicht sprechen. "Die Glockengießerei wird in Brockscheid noch als traditionelles Handwerk gepflegt. Die Gussform aus Ziegelsteinen und Lehm ist Handarbeit", sagt Hadlich und plädiert für Vielfalt beim Glockenklang. Der ginge verloren, würden alle Geläute in großen, halb-industriellen Gießereien gefertigt.


Trotz des jüngsten Rückschlages, von dem die Kirchgemeinde kürzlich, wenige Tage vor dem Kirchweihfest erfahren hat, halten die Rodewischer am Zeitplan für das neue Geläut fest: Glockenweihe am Reformationstag, erstmals erklingen soll das neue Geläut am 1. Advent. Denn alle anderen Arbeiten, beispielsweise am Glockenstuhl und den Schalllamellen, sind erledigt.

Unterdessen gibt es weitere erfreuliche Nachrichten in Zusammenhang mit Rodewischer Glocken. Denn das alte Geläut, nach der Abnahme im Juni 2018 zum Verschrotten freigegeben, wurde für die Nachwelt bewahrt. Dafür ins Zeug gelegt hat sich der Verein für Heimatgeschichte Morgenröthe-Rautenkranz. Der pflegt die Erinnerung an das Eisenwerk Morgenröthe, in dem zwischen 1864 und 1968 gusseiserne Glocken gegossen wurden - als Zweigwerk der bekannten Glockengießerei Apolda. 1919 entstand im Eisenwerk das Rodewischer Nachkriegs-Geläut, hatte der Verein in historischen Unterlagen ausfindig gemacht. Auf der Suche nach Stücken für eine Freiluft-Ausstellung am alten Hochofen in Morgenröthe wandte sich Konrad Stahl vom Verein Anfang 2019 an die Rodewischer. Die konnten nur berichten, dass ihre alten Glocken bereits auf dem Weg zur Verschrottung seien. Zum Glück hatte es der Schrotthändler damit nicht eilig, der Verein wurde mit ihm handelseinig:. "Für einen niedrigen vierstelligen Betrag, inklusive Transport, konnten wir das Rodewischer Geläut für unsere Ausstellung sichern. Dort ist es zusammen mit Glocken aus Hirschfeld und Sachsenberg zu sehen. Die Rodewischer sind herzlich eingeladen", sagt Konrad Stahl.


Aus dem Kirmesprogramm

Freitag: 18.30 Uhr Konzert Auerbacher Kammerchor, St.-Petri-Kirche; 20 Uhr Eröffnung Kirmes im Festzelt,

Tanzabend mit MRB live.

Samstag: 10 bis 20 Uhr Kirmeskegeln, Göltzschtalhalle (auch Sonntag, bis 17 Uhr); ab 10.30 Uhr Kettensägenkünstler Michel Neidhardt; ab 14 Uhr Nagellotterie (auch Sonntag), 20 Uhr Kirmestanz mit OB live.

Sonntag: 9.30 Uhr Kirchweihgottesdienst, St.-Petri-Kirche; 11 Uhr Frühschoppen Blaskapelle Röthenbach; 19 Uhr Gruppe Simultan; 20 Uhr Siegerehrung Kirmeskegeln; 22 Uhr Feuerwerk am Anger.

Am Kirmes-Wochenende Rummel und Festzeltbetrieb auf dem Anger.

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