Gerlinger investiert weiter am Standort Netzschkau

Der Folien-Hersteller steckt in den nächsten Jahren vier Millionen Euro in den Ausbau der Fertigung. Gerade ist eine Kaschieranlage in Betrieb genommen worden. Der Familienbetrieb stellt zudem neue Mitarbeiter ein und gestaltet die Zufahrt neu.

Netzschkau.

Der Netzschkauer Folien-Hersteller Gerlinger Industries baut seine Marktposition weiter aus. "Das betrifft natürlich den Umsatz, aber auch Investitionen in Maschinen, unser Personal und weiter auch in zukunftsweisende Technologien." Die jetzt von Juniorchef Rudolf Gerlinger bei einem Firmenfest genannten mittelfristigen Unternehmensziele kamen in der 60 Mitarbeiter starken Belegschaft gut an. Setzt sich doch bei ungebrochen sehr guter Auftragslage damit ein seit längerer Zeit zu beobachtender Trend fort. Bereits seit mehreren Jahren liegt Gerlinger beim Umsatz bei zehnprozentigen Zuwachsraten.

Und das bleibt nach Lage der Dinge so, wie der Firmenchef vor Mitarbeitern und Gästen aus Politik und Wirtschaft am Industriestandort Schwarzhammermühle skizzierte. Vier Millionen Euro stark ist ein Investitionspaket, das der Folien-Hersteller für die nächsten Jahre geschnürt hat: 2019 fließen zwei Millionen Euro in den Erwerb einer weiteren Extrusionsanlage - damit werden thermoplastische Folien und Schmelzklebefolien ausgewalzt - und einer Rollenschneideeinheit. Bereits kürzlich wurde im Rahmen einer Produktionserweiterung in eine neue Kaschierlinie investiert. Die neuen Anlagen erlauben dem Mittelständler eine höhere Fertigungsbreite und -tiefe. Außerdem senkt Gerlinger dank neuer Technik Fixkosten. "Da die Extrusionsmaschine deutlich kleiner ist als unsere große Anlage, können wir damit zudem viel flexibler auch auf kurzfristige Kundenwünsche reagieren. Damit ist es möglich, innerhalb von fünf Werktagen ein neues Produkt herzustellen, so flexibel kann kaum jemand reagieren. Zudem fallen künftig Wartungszeiten weg, die sich aus dem Einsatz verschiedener Materialien auf einer Maschine ergeben haben", sagt Rudolf Gerlinger. Auch die neue Rollenschneideeinheit, die im nächsten Jahr in Betrieb geht, trägt zur Produktivitätssteigerung bei, indem sie die aktuelle Lieferzeit von vier Wochen für geschnittene Folie deutlich reduzieren wird.

Doch Gerlinger investiert nicht nur in Technik. Im nächsten Jahr sollen acht neue Mitarbeiter eingestellt werden. In der Produktion und unter anderem im Qualitätsmanagement. Auch in die Bausubstanz fließt Geld. Zum Beispiel in die noch stark an die VEB-Geschichte des Standorts erinnernde Firmenzufahrt. Dort kommt das alte Pförtnerhäusel weg, und die Fahrbahn wird genauso erneuert wie die fast schon museale Werkuhr.

Auf die Zeichen der Zeit reagiert das Unternehmen längst ebenso in der werkseigenen Forschungsabteilung. Neuentwicklungen in allen strategischen Bereichen - Automobilbau, Bekleidung und medizinische Anwendungen - sind ein Erfolgsfaktor für den schrittweisen Ausbau der Marktposition. Aber auch in der Umwelttechnik kommen Gerlinger-Folien zum Einsatz. Zum Beispiel bei der Wasseraufbereitung. Den Einsatzbereich Bauindustrie deckt ein Gerlinger-Produktionsstandort in der Schweiz ab.

Hintergrund: Das 1965 in Nördlingen gegründete Unternehmen hatte nach der Wende das einstige Verpackungsmittelwerk Schwarzhammermühle übernommen. Seither wurden dort mehr als 20 Millionen Euro investiert. Kern der Arbeit an der Göltzsch ist die Verarbeitung von Granulat zu Folien mit Leistungen, die nahezu jede Anwendung abdecken sowie die Folien-Weiterverarbeitung mit Konfektion, Beschichtung oder Laminierung.

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