Glitzner: Zschocke lässt nicht locker

Der Grünenabgeordnete hatte zum Bürgergespräch eingeladen - und bescheinigt dem Landrat ein Transparenz-Problem.

Schneidenbach.

Der öffentlich angekündigten Einladung des Grünenabgeordneten Volkmar Zschocke zum Bürgergespräch am Mittwochabend in Schneidenbach zum Thema "Gesundheit und Lebensqualität" am kreiseigenen Müllstandort sind nur eine Handvoll Bürger gefolgt. "Offenbar haben hier viele resigniert", sagte der abfallpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Doch Zschocke, der die eher dürftige Informationslage nach dem dritten Großbrand in der Recyclinganlage im Vorjahr mit einer Reihe kleiner Anfragen an die Staatsregierung verbesserte, lässt in Sachen Glitzner auch nach der jüngst gefällten Entscheidung gegen einen Wiederaufbau der Produktionsanlage zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen nicht locker. Nach der Diskussionsrunde - dabei stand auch ein Gang zum Glitzner-Gelände auf der Tagesordnung - fasste Zschocke seine Eindrücke aus Gespräch und Rundgang so zusammen: "Landkreis und Landrat haben offenbar ein Problem mit Transparenz und Bürgerbeteiligung. Ein neues Standortkonzept muss mit den Bürgern diskutiert werden. Sonst stellt man sie eines Tages erneut vor vollendete Tatsachen." Genau das sowie mehr Informationen zur Nutzung des Sonderabfalllagers und die endgültige Beseitigung der Brandreste auf dem Firmengelände hatten die Gäste gefordert. So etwa Klaus Reinhold: "Das Zeug muss endlich weg."

Torsten Kleditzsch

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Die Schneidenbacher, so Zschocke, müssten jetzt im Hinblick eben auf Gesundheit und Lebensqualität besonders bei der jüngst vom Kreis angekündigten Entwicklung des Standortkonzeptes nachhaken. Ihm selbst waren Informationen dazu verwehrt worden. Eine an Glitzner-Chef Jörg Blei gerichtete Bitte um ein Gespräch dazu beantwortete Landrat Rolf Keil (CDU) in einem Schreiben - Tenor: Wir können uns darüber gerne unterhalten - aber erst im September. Eine Anfrage von "Freie Presse" vom Dienstag, wie weit die im Februar angekündigte "Weiterentwicklung des Standortkonzepts" gediehen ist, blieb bis Freitag unbeantwortet.

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