GMD Fraas: "Kinder singen heute zu wenig"

Vogtland-Philharmonie: Chef kritisiert Kürzung von Musikunterricht

Plauen.

Stefan Fraas, Generalmusikdirektor der Vogtland Philharmonie, hat sich kritisch zu den geplanten Kürzungen des Kultusministeriums beim Musikunterricht geäußert: "Der Unterricht wird zunehmend auf Fächer für die Wissensvermittlung reduziert." Das halte er für den falschen Weg, wie der Musiklehrer und Orchester-Dirigent in einem Pressegespräch in Plauen auf Nachfrage von "Freie Presse" sagte. "Die Gefühlsausbildung junger Menschen erreicht man über Musik, Kinder können so ihre Emotionen schulen, entfalten Kreativität und Talent."

Verlagere sich das Musizieren auf Nachmittagsangebote und kostenpflichtige Musikschulbesuche, würden viele Kinder nicht mehr erreicht, warnte er. "Kinder singen heute zu wenig", sagte Fraas. "Dabei können sich Kinder, die viel singen nachweislich besser artikulieren, haben Vorteile in Deutsch." Das erhalte bei der Diskussion zu wenig Beachtung. Wichtig sei auch gemeinsames Musizieren, etwa als Chor. "Keiner erhebt sich dabei über den einzelnen", betont Fraas. "Es ist ein Gemeinschaftserlebnis."

Das Kultusministerium will zum Schuljahr 2019/2020 Musikstunden streichen. An Gymnasien soll eine Stunde in der Woche wegfallen, ebenso an Grundschulen in Klasse Drei. Gleichzeitig soll es mehr Geld für Nachmittagsangebote rund um Sport, Kunst und Musik geben. Hintergrund der Stunden-Kürzungen ist der Lehrermangel. (nij)

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