Göltzschtal-Verkehr Rodewisch investiert in neue Omnibusse

Erst bei der Neuausschreibung des Vogtlandnetzes nicht zum Zuge gekommen, dann die Coronakrise - GVG-Geschäftsführer Tino Dutzky ist dennoch zuversichtlich. Denn inzwischen rollt es wieder.

Rodewisch.

"Totgesagte leben länger" - dass Tino Dutzky, geschäftsführender Gesellschafter des Rodewischer Busunternehmens Göltzschtal-Verkehr (GVG) am Freitag dieses Sprichwort bemühte, zeigt, dass die Wunden noch immer nicht ganz verheilt sind: 2018 zog die Firma bei der Neuausschreibung des vogtländischen Busnetzes den Kürzeren. Ein Großteil seiner über 50 Fahrer verließ den Betrieb, der Verkehrshof an der Bachstraße schien plötzlich überdimensioniert. Und auch die Coronakrise traf Göltzschtal-Reisen, das GVG-Reisebüro. "Vor Saisonbeginn konnten wir von 80 Prozent Auslastung ausgehen. Das war mit Corona von einem Tag auf den anderen dahin", blickt der 59-Jährige zurück, der jedoch über sich sagt: "Für mich ist das Glas eher halb voll als halb leer."

Den Beweis lieferte Dutzky mit der Indienststellung eines neuen Überlandbusses MAN Lions Intercity am gestrigen Freitag. Die mehr als 210.000 Euro teure Investition soll überwiegend im Reise- und Gelegenheitsverkehr eingesetzt werden. Mit 64 Sitzplätzen ist der moderne Bus zudem ideal für Klassenausflüge oder Theaterfahrten, aber auch für Transporte zum Waldpark Grünheide, den die GVG seit Jahren bedient. Tino Dutzky ist zuversichtlich, dass dieses im Frühjahr nahezu komplett zum Erliegen gekommene Geschäftsfeld spätestens nach den Ferien wieder anläuft.

Unterdessen fahren die GVG-Busse für die Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen auf mehreren Strecken südlich von Zwickau. Hinzu kommt Vertragsverkehr für Sozialeinrichtungen und Schülerverkehr. "Wir hatten im Frühjahr eine Woche Kurzarbeit. Aber längst rollt es wieder", sagt Dutzky und verweist auf vier neu eingestellte Busfahrer, mit denen das GVG-Team auf 20 Beschäftigte gewachsen ist.

Mit 15 Bussen werden die unterschiedlichen Geschäftsbereiche bedient - ab Montag auch wieder der Reiseverkehr. Dann startet eine fünftägige "Fahrt ins Blaue", Busreisen nach Kärnten und ins Zillertal, nach Kühlungsborn und nach Ungarn folgen - natürlich mit bestätigtem Hygienekonzept, betont Dutzky. Er ist zuversichtlich, bis Saisonende noch einige Reisen aus dem Katalog nachholen zu können.

Meist am Lenkrad sitzt dann Erwin Rosenthal. Der Busfahrer ist seit 36 Jahren im Betrieb. Er fährt auch den erst im Herbst angeschafften neuen Neoplan-Reisebus von Göltzschtal-Reisen, die zweite Investition, mit der sich das Busunternehmen für die Zukunft fit gemacht hat. Auch hier habe sich MAN als Partner erwiesen, auf den man sich verlassen könne, so Dutzky.

Bleibt die Zukunft des Verkehrshofes an der Bachstraße. "Die Werkstatt ist längst auch bei Dritten gefragt, und viele Stellplätze sind vermietet. Es gibt verschiedene Überlegungen für die künftige Nutzung. Ich bin auch Partnern gegenüber aufgeschlossen, habe da aber keinen Druck", blickt Tino Dutzky voraus.

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