Göring-Eckardt bei Bürgerinitiative

Die Hochspannungsleitung soll unter die Erde - dafür machen sich zahlreiche Grünbacher stark. Demnächst bekommen sie prominenten Besuch.

Grünbach/Berlin.

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, besucht am 22. Mai die Grünbacher Erdkabel-Initiative. Darüber informiert Veronika Linnemann, die die prominente Politikerin eingeladen hat. KGE, wie sie sich selbst abkürzt, ist zuvor bei Parteifreunden in Plauen zu Gast. Schon im vergangenen Herbst hatten sich die Grünbacher Unterstützung seitens der Öko-Partei geholt, und zwar von deren Fraktion im sächsischen Landtag. Im "Bayerischen Hof" soll es ab 13 Uhr eine Gesprächsrunde geben, zu der auch Bürgermeister Ralf Kretzschmann (Initiative Grünbach/Muldenberg) kommen will.

Veronika Linnemann und ihr Ehemann Klaus haben für die Bürgerinitiative Klage gegen den geplanten Bau der 110-kV-Hochspannungsleitung durch Grünbach und Muldenberg erhoben, die eine bisherige Mittelspannungsleitung ablösen soll. Sie fordern, dass hier ein Erdkabel gelegt wird, weil die geplante Freileitung Wohngrundstücke überspannt und damit in die Eigentumsrechte eingreift. Tatsächlich hat das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen im vergangenen Sommer einen Baustopp für das Vorhaben verhängt, der bis auf weiteres gilt. Begründet wurde dies mit Fehlern im Planfeststellungsverfahren, konkret war die Umweltverträglichkeitsprüfung zu oberflächlich, zwei hochrangige Naturschutzgebiete im Grünbacher Ortsteil Muldenberg seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

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Diese Fehler will die zuständige Landesdirektion in Chemnitz jetzt offenbar beheben. Wie der stellvertretende Pressesprecher Ingolf Ulrich bestätigt, werden entsprechende Planänderungen vom 17. Juni bis 16. Juli öffentlich ausgelegt. Dabei würden unter anderem "die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsvorprüfung der Ausgangsplanung ergänzt", um die OVG-Vorgaben zu erfüllen. Insgesamt ist die Hochspannungsleitung von Falkenstein bis Markneukirchen rund 21 Kilometer lang. Dazu gehören auch zwölf Kilometer Erdkabel - allerdings befinden sich diese überwiegend in unbewohntem Gebiet.

Die Bürgerinitiative will auf die Planänderungen umgehend reagieren. Dazu soll es am 27. Juni, 18.30 Uhr, eine Versammlung in der Grünbacher Turnhalle geben, auf der das Vorgehen abgestimmt wird. In Sachen Naturschutz gibt es laut Veronika Linnemann inzwischen Neuigkeiten: Es sei ein weiteres Biotop, ein Sumpfgebiet, im Bereich der Muldenberger Straße entdeckt und inzwischen offiziell bestätigt worden.

Anlässlich des Besuchs von KGE wünscht sich Veronika Linnemann, dass "die Grünbacher ihre Protest-Schaufeln wieder vor die Häuser stellen" - als Symbol für den Wunsch nach Erdverkabelung.

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