Große Hilfsbereitschaft für Auerbacher Brandopfer

Vor einem Monat brannte das Dachgeschoss eines Hauses in der Schulstraße aus, der Schaden ist gewaltig. Doch die Bewohner geben nicht auf - und bekommen überraschend viel Unterstützung.

Auerbach.

Dass so viele Spenden zusammenkommen, damit hat Sergej Peters nicht gerechnet: "Ich hatte gehofft, dass es 5000 Euro werden." Doch tatsächlich sind bei der Spendenaktion der Diakonie Auerbach für die Brandopfer in der Schulstraße bereits über 17.000 Euro zusammengekommen - so die Auskunft von Diakonie-Vorstand Sven Delitsch. 179 Menschen hätten gespendet. Mit dem Geld soll der Bau eines neuen Dachstuhls unterstützt werden. "Wir lassen die Aktion noch ein bisschen laufen", so Delitsch. Für die Diakonie sei vor allem wichtig, dass "der kleine Louis-Joel wieder ein Dach über dem Kopf hat".

Am Abend des 15. April war unter dem Dach aus nach wie vor ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen, während der sechsjährige behinderte Junge dort spielte. In letzter Minute konnte Mutter Natali ihn retten. Gegen Brand versichert war die Familie nicht.

Torsten Kleditzsch

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Die Stadt stellte der Familie eine Wohnung zur Verfügung. Inzwischen wohnen die Eheleute mit dem kleinen Sohn wieder im Haus, unter anderem, weil Vater Sergej im Keller nach wie vor seine Firmen-Werkstatt betreibt. Er hat sich im Sektor Wärmetauscher selbstständig gemacht. Die beiden großen Söhne sind in der städtischen Neubauwohnung untergebracht. Das ausgebrannte Dach ist notdürftig mit Planen abgedichtet - allerdings hatte der Sturm diese schon weggeweht, sodass es anschließend hineinregnete. Die Peters' lassen sich nicht entmutigen, räumen den Schutt beiseite und sind dankbar für die breite Unterstützung. Die gibt es nicht nur durch die große Spendenaktion der Diakonie, sondern auch durch mehrere Nachbarn, die bei der Schuttberäumung helfen. "Sieben Container voll sind es geworden, und das ist längst noch nicht alles", sagt Natali Peters.

Eine weitere Hilfsaktion haben Cathrin Leidholdt und Andrea Sachs vom Café Temper angeschoben. Für jede verkaufte Kugel Eis beziehungsweise jedes Softeis spenden sie 20 Cent an Familie Peters. "Es gab fast nur positive Reaktionen", so Andrea Sachs. "Manche spenden gleich ihr Wechselgeld, oder mal eben fünf Euro." Allerdings habe das kühle Wetter der letzten Wochen den Eisverkauf nicht gerade beflügelt - etwa 500 Euro seien trotzdem zusammengekommen. Bis zum Ende der Saison im Herbst soll die Aktion laufen. Übrigens derzeit nicht die einzige des Cafés: Jede Woche wird ein Auerbacher Kindergarten ausgelost, der dadurch eine Runde Gratis-Eis gewinnt.

Natali Peters hat ihre eigene Erklärung für die große Hilfsbereitschaft: "Ich habe dafür gebetet." Sie ist fest überzeugt, dass Gott das Seine für die Rettung ihres Hauses tun wird, wenn sie als Familie das Ihre tun. Ihr Mann sieht das Ganze nüchterner: Er hofft darauf, dass der beantragte Kredit bewilligt wird. Insgesamt werde man wohl 100.000 Euro brauchen, schätzt er.

Spendenkonto: IBAN: DE91 8705 8000 0101 0331 84; Spende Hausbrand Familie P; Kontoinhaber: Diakonisches Werk im Kirchenbezirk Auerbach.

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