Günter Fischer - Auerbachs bekanntester Musiker ist tot

Der Beerheider und die Gruppe Simultan - das war über vier Jahrzehnte eins. Zudem war Günter Fischer Bürgerpreisträger der Stadt. Am Dienstag ist er mit 75 Jahren gestorben.

Auerbach.

Die Stadt Auerbach hat einen ihrer bekanntesten Söhne verloren. Günter Fischer ist am 9. Oktober gestorben. Der am 20. Juli 1943 geborene Künstler war dieses Jahr 75 Jahre alt geworden. Als Musiker stand er seit 1959 auf der Bühne, mit der 1971 gegründeten Band Simultan wurde er zur lebenden Legende, auch überregional.

Die Nachricht von Günter Fischers Tod löste dementsprechend Betroffenheit aus: "Mit ihm verliert Auerbach einen Menschen und Musiker, der in vielen Jahrzehnten seinem Publikum Frohsinn und Fröhlichkeit auf eine ganz besondere Art vermittelte", erklärte Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos). Seine Gedanken und sein Mitgefühl in diesen schweren Stunden seien bei der Familie Fischers, ergänzte er.

Die Stadt Auerbach hatte dem Beerheider 2014 den Bürgerpreis verliehen und ihm im gleichen Jahr eine Ausstellung im Stadtmuseum gewidmet. Als Leitmotiv galt laut Sebastian Fischer nebenstehendes Foto. Es sei das Lieblingsfoto seines Vaters gewesen, so der Sohn. Mehr könne er im Moment nicht sagen, die Familie den Verlust noch nicht fassen.

Sebastian Fischer, 30, führt seit 2016 das Hauptprojekt des Vaters weiter: die Gruppe Simultan. Mit ihr gelangte Günter Fischer in der DDR zu Ruhm. Simultan füllte nicht nur die Tanzsäle im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt, sondern nahm bald auch Schallplatten bei Amiga auf. Fernsehauftritte folgten.

Stilistisch von Volksmusik über Schlager und Pop bis zum Rock: "Das war die angesagteste Band damals. Und das Markenzeichen von Simultan war Günters Stimme", sagt Detlef Engelmann. Der 58-Jährige erinnert sich noch, wie er Fischer vor 40 Jahren im Auerbacher Elektroschaltgerätewerk kennenlernte und dieser ihn auch noch einlud, in der Band mitzumachen. 20 Jahre machten die beiden zusammen Musik. Als "bescheiden, hilfsbereit, lebensfroh" - und als ein "großes Vorbild" beschreibt Engelmann den Weggefährten.

Günter Fischer und Simultan wurden legendär, doch Fischer war mehr: Schon vor Simultan gab es andere Bandprojekte. Nach der Wende verlief es für den nun selbstständigen Musiker zunächst harzig. Den ersten großen Erfolg gab es mit "Ein bisschen Wein, ein bisschen Blues" mit Tochter Silke Fischer, das in vielen Radiosendern gespielt wurde. Fischer war Sänger, Texter, Komponist, Produzent und als letzterer auch für Andy Borg, Eberhard Hertel oder Achim Menzel tätig.

Wie Detlef Engelmann erinnert sich auch CDU-Stadtrat Joachim Otto, der von 1982 bis 1990 Mitglied bei Simultan war, gern an das Format "Simultan and Friends", mit dem Fischer nach seinem 50. Bühnenjubiläum mehrmals Tausende zu Konzerten lockte. 70-jährig verabschiedete sich der Musiker von der Bühne. Sein musikalisches Erbe tragen seine Kinder weiter. "Günter war sehr bodenständig und unprätentiös, auf Fairness und Ausgleich bedacht", sagt Otto. "Er wird fehlen, mir und anderen!"

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