Gunther von Hagens gibt sich in Greiz die Ehre

Die Schau des Plastinators sorgt auch für böses Blut - Bisher über 1000 Besucher in Eissporthalle

Greiz.

Mindestens genau so faszinierend wie seine Plastinate ist der Plastinator selbst. Am Donnerstag haben Besucher der jüngst eröffneten Ausstellung "Greizer Körperwelten" die Chance, Gunther von Hagens persönlich in Augenschein nehmen zu können. Dr. Tod ist dann Gast der offiziellen Eröffnung, wie der Greizer Bürgermeister Alexander Schulze am Dienstag mitteilte. Dazu gehört am Vormittag eine "überregionale Pressekonferenz".

Wann genau ein Blick auf den Plastinator möglich ist, dazu gab es keine Informationen. Fakt ist aber: Die Schau in der Greizer Eishalle, die nach Worten des gebürtigen Greizers "die größte Körperwelten-Ausstellung aller Zeiten" ist, kommt an. Wie Alexander Schulze sagt, ist "die Ausstellung mit über 1000 Besuchern gut angelaufen". Allein am Sonntag seien mehr als 600 Gäste gezählt worden. Und der Gang lohnt sich in der Tat. So zeigt von Hagens erstmals anatomische Kunstwerke, die in den letzten zehn Jahren seiner späten Schaffensperiode entstanden waren. "So der aus filigranen Blutgefäßgestalten heraus gearbeitete ,Jesus am Kreuz', dessen individueller Herstellungsprozess in einem vierteiligen Video zu sehen ist."

Indes hat die inoffizielle Eröffnung der Schau am Samstag für böses Blut gesorgt. Vertreter des Stadtrats distanzieren sich in einem offenen Brief von der Vorgehensweise des Bürgermeisters, der von Hagens mit Vertretern des Lions Clubs begrüßt hatte. Es sei befremdlich, wenn eine für die Stadt und die Region derart bedeutende Schau mit Club-Vertretern als Repräsentanten der Stadt eröffnet würde. Der Bürgermeister reagierte am Dienstag mit einem Statement, wonach es eben eine offizielle Eröffnung mit von Hagens gäbe. "Dazu hat jeder Greizer Stadtrat eine Einladung erhalten." (gem)

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