Gutshof und Mühlteich erneut Magnete für Besuchermassen

Zum traditionellen Fest im Umweltzentrum Oberlauterbach haben sich gestern hunderte Gäste mit regionalen Produkten eingedeckt. Informiert wurde auch über eine stark gefährdete Tierart.

Oberlauterbach.

Manchmal schüttete es wie aus Eimern. Die Schlange am Verkaufsstand der Fischereigenossenschaft Plauen wurde trotzdem nicht kleiner. Im Akkord sind zum gut besuchten Mühlteich- und Gutshoffest gestern rund um das Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) sowohl portionierte als auch ganze Fische über den Tisch gegangen. Die konnten nicht frischer sein, denn das Fanggewässer befand sich unmittelbar daneben. Die Genossenschaft verkaufte zusätzlich Forellen aus ihrem Zuchtbestand. Wer zu spät kam, musste auf Räucherfisch ausweichen.

Im Zweijahrestakt wird der NUZ-eigene Mühlteich fast komplett trockengelegt und abgefischt. 400 Karpfen und 300 Schleie waren vor etwa anderthalb Jahren eingesetzt worden. Zum Vorschein kamen auch Barsche, Moderlieschen, Teichmuscheln und Krebse. Ihnen ging es nicht an den Kragen. "Entweder setzen wir sie in den Mühlteich zurück oder in angrenzende geschützte Teiche", sagte Michael Thoß vom NUZ-Förderverein. Jetzt läuft das Gewässer auf natürliche Weise wieder voll. Ab dem Frühjahr wachsen dort neue Karpfen- und Schleiegenerationen heran.

Im Hof des Natur- und Umweltzentrums verkauften 25 Händler, was die Region zu bieten hat: herbstliche Dekoartikel, Holzkunst, Gebrauchsgegenstände, Lebensmittel von der Bratwurst bis zum Brot, sogar frisch gepresstes Olivenöl. An Kinder und Familien richteten sich saisonale Bastelmöglichkeiten.

Wolfgang Schmettlach informierte über die aktuelle Situation der vogtländischen Flussperlmuschel. Seine Nachrichten waren alles andere als gut. "Sie ist am Aussterben", sagte er. 80 Altmuscheln betreut Schmettlach in seinem Zuständigkeitsbereich am Oberlauf der Weißen Elster: "Früher gab es sie hier zu Millionen." Das vergangene Jahr setzte den Tieren besonders zu. "Es war so trocken, dass wir sie teilweise aus dem Bach rausnehmen und später wieder einsetzen mussten", berichtete der beim Landratsamt angestellte Muschelzüchter.

Zur Veranschaulichung hatte Wolfgang Schmettlach Gerätschaften mitgebracht: Siebe, Zuchtbehälter, eine Lochplatte und Sedimentkiste, wo die Tiere bis zum Auswildern geschützt wachsen können. Für Jungmuscheln braucht er eine Lupe: "Die sind nicht mal einen halben Millimeter groß, wenn sie bei Forellen, ihren Wirtstieren, aus den Kiemen fallen."


Stimmen

Brigitte und Clemens Seidel

(Auerbach): Wir kommen jedes Jahr rüber, auch wenn nicht abgefischt wird. Das ist ein kleiner, feiner Markt. Wir unterstützen gerne regionale Händler.

Babette Klötzer (Falkenstein): Wenn Mühlteichfest ist, gibt es bei uns am Mittag ganz frischen Fisch. Das hat sich schon zur Tradition entwickelt."

Tamara Weidlich (Falkenstein): "Meine Tochter isst unheimlich gerne Fisch. Da sind solche Märkte natürlich ganz wichtig. Man weiß, wo alles herkommt.

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