Gymnasium: Polizei unter Hochdruck - LKA im Boot

Trotz Drohungen läuft der Schulbetrieb - Behörden sehen keine akute Gefahr

Auerbach.

Der Status quo am Gymnasium in Auerbach hält an: Nachdem der Erpresser am Dienstag seine Drohungen verschärft hat, versucht die Polizei, eine weitere Eskalation zu verhindern. "Die Beamten der extra eingerichteten Ermittlungsgruppe der Zwickauer Polizei werden von Spezialisten des Landeskriminalamtes unterstützt", teilte die Pressestelle gestern Vormittag mit dem Verweis mit, dass dies in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft geschehe.

Über eine Internetseite war am Wochenende ein erstes Erpresserschreiben an die Polizei veröffentlicht worden. Die Ermittler sollten bis diese Woche Sonntag 10.000 Euro in Bitcoins zahlen, sonst würde sich das Stalking der Lehrer fortsetzen. Dienstagnachmittag legte der Täter nach: "10.000 Euro oder es gibt Tote." Die Zahlfrist wurde auf Freitag, 18 Uhr, verkürzt, auf der Seite ist ein Countdown-Timer installiert.

Der Schulbetrieb laufe trotzdem normal, erklärte gestern Arndt Schubert, Sprecher der Landesschulbehörde in Zwickau. Man vertraue der Arbeit der Ermittler. Dem schließt sich Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos) an. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Ermittlungsbehörden, der Schulleitung und der Schulbehörde, um notwendige Maßnahmen abzustimmen", sagt er. Das Stadtoberhaupt hofft, dass die Ermittlungen zügig zu Ergebnissen führen - auch, um größeren Imageschaden von der Schule abzuwenden. "Das Engagement der Lehrerschaft und die Lernbedingungen am Gymnasium sind hervorragend und gehören zu den besten in der Region", so Deckert.

Wie hoch die Belastung an der Schule ist, weiß Oliver Horn aus eigener Erfahrung. "Wir gehen normal unserer Arbeit nach", sagt der CDU-Stadtrat, der dort unterrichtet. Aber es sei belastend, diese Situation über einen so langen Zeitraum ertragen zu müssen. Seit 2017 wird Lehrern an der Einrichtung mit Warenbestellungen nachgestellt; es gab Drohungen, im Mai fiel der Unterricht aus, nachdem im Netz ein Amoklauf angedroht worden war. Es gibt sechs Beschuldigte, gegen die ermittelt wird und eine erste Anklage, die sich gegen einen Ex-Schüler im Zusammenhang mit Nachstellungen vor der Amokdrohung im Frühjahr richtet.

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