Harmonie im Rat wird selten gestört

Wahlen 2019 In Ellefeld kooperieren die Rats-Fraktionen sogar beim Wahlprogramm. Fast alle machen mit.

Ellefeld.

Normalerweise konkurrieren im Wahlkampf verschiedenen Parteien und Gruppierungen um die Mandate, präsentieren verschiedene Programme. In der Gemeinde Ellefeld ist diese Regel zum Großteil außer Kraft gesetzt: Hier werben CDU und die Unabhängige Liste für Ellefeld (ULE) mit gemeinsamen Flyer und Einheitsprogramm um Stimmen für die Gemeinderatswahl am Sonntag. Einträchtig stehen die Fotos mit Kandidaten nebeneinander - zwölf für die ULE, vier für die CDU. Aktuell hält die ULE im Rat zehn der 16 Sitze, die CDU vier. Den Einheits-Flyer gibt es nach Auskunft von Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos) zum dritten Mal - man arbeite zusammen für die Entwicklung des Ortes, Parteipolitik spiele keinerlei Rolle im Rat.

Warum wirbt die Linke nicht gleich noch mit dem auf dem Wahl-Flyer? "Weil wir halt die Linke sind", meint Martin Mailach achselzuckend - er ist einziger Vertreter seiner Partei im Gremium und einer von zwei aktuellen Kandidaten. "Das wird nicht gewünscht." Er selbst hätte damit kein Problem, lässt er durchblicken. Auch er habe keine anderen Ziele als die Kollegen im Rat. Der Flyer nennt etwa die Förderung junger Familien, Erschließung von Baugrundstücken sowie Ganztagsangebote in der Grundschule. Senioren sollen stärker in das Gemeindeleben einbezogen werden, Industrie und Gewerbe will man ebenso ausbauen wie die medizinische Versorgung, das Gewerbegebiet am Reumtengrüner Weg soll wachsen. Selbstverständlich pocht das Einheitsprogramm auf Erhaltung der kommunalen Selbstverwaltung und Eigenständigkeit, wichtige Basis dafür sei ein ausgeglichener Haushalt.


Der Ausbau des Ellefelder Marktgebäudes zum Treffpunkt der Generationen ist weiteres wichtiges Anliegen von ULE und CDU - man werde die notwendigen Entscheidungen treffen. Weitere Ziele sind moderate Steuern sowie schöner und bezahlbarer Wohnraum.

Schon seit der Wende sitzt Matthias Lorenz für die Ellefelder Bürgervereinigung (EBV) im Rat, außer ihm treten zwei weitere EBV-Kandidaten an. Lorenz bezeichnet sich selbst als "positiven Störer", Demokratie und Bürgerbeteiligung nennt er als wichtigste Ziele.

In den Rat einziehen möchte auch Volkmar Ihle von Bündnis 90/Die Grünen. Er will "um jeden Baum kämpfen", hier sieht er auch in Ellefeld Defizite. Stark macht er sich zudem für weitere Schmetterlingswiesen - derzeit betreut er schon drei solche Wiesen im Ort.

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