"Heiliges Blech" glänzt in Schlossarena

35 Mercedes-Benz der Oldie-Baureihe 107 haben gestern auf dem Weg zum Chiemsee einen Zwischenstopp in Auerbach eingelegt.

Auerbach.

Nur bei genauem Hinsehen sticht der dunkelblaue Mercedes-Benz von Rainer Vettermann aus der Flotte anderer Fahrzeuge der Baureihe 107 heraus. Das Kennzeichen beginnt wie der Name seines Besitzers mit einem V. Vettermann ist der einzige Vogtländer auf großer Fahrt zum Chiemsee. Gestern Mittag legten die 35 Karossen und ihre Besitzer einen Zwischenstopp in der Auerbacher Schlossarena ein.

Die kompletten 570 Kilometer fahren Rainer Vettermann und seine Frau als Copilotin nicht. Start war in Störmthal bei Markkleeberg. Sie reihten sich in Auerbach ein. Heute wollen die Oldtimer-Enthusiasten am Chiemsee ankommen, morgen steht eine Rundfahrt um das Gewässer an. Wie alle anderen Mitfahrer ist Vettermann im regionalen Ableger des Mercedes-Benz R/C 107 SL-Club organisiert. Der gönnt sich jedes Jahr einen Ausflug. Diesmal fiel er größer aus, weil der 5000 Mitglieder starke Verein 15 Jahre alt wird.

Rainer Vettermann ging zum sechsten Mal mit auf Tour. "Die sind immer sehr gut organisiert", spricht er den Veranstaltern ein Lob aus. Immo Warnecke und Sten Lackner aus Leipzig stellen solche Regionaltreffs auf die Beine. Im Konvoi wird jedoch nicht gefahren. Dafür wird den Teilnehmern aus Mitteldeutschland - diesmal sind es 68 - ein Bordbuch ausgehändigt. Das leitet sie über Nebenstrecken ans Ziel. Denn die Fahrten sollen Spaß machen. "Ganz wichtig ist, dass die Leute nicht unter Druck stehen", erklärte Immo Warnecke. Deshalb müsse auch das Bordbuch stimmig sein. Geplante Routen werden vorab getestet.

Rainer Vettermann fand 2012 zum Verein. "Da war ich mal bei einem Treffen in Leipzig", erzählte er. "Am Völkerschlacht-Denkmal haben sich Leute mit denselben Interessen getroffen." Spontan fühlten sich der Rodewischer und sein SL 500 gut aufgehoben. Für so ein Hobby müssen man "schon einen kleinen Spleen haben", fand der Rodewischer - und geriet ins Schwärmen: "Vom Fahrkomfort her ist der richtig gut. Da ist gar nicht so viel Unterschied zu neuen Autos."

Immo Warneckes Benz fällt auch auf. Hier ist es die Farbe. "Zitrusgrün gab es nur 600 Mal", berichtete er. Weil das nicht oft bestellt worden sei. "Die Leute waren damals konservativ." Im Gegensatz zu ihm: "Ich finde die Farbe besonders schick", sagte er. 1971 bis 1989 produziert, kosteten die ersten 107er um die 30.000 DM, für die letzten mussten mindestens 100.000 DM hingeblättert werden.

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