Hobbygärtner müssen sich noch gedulden

Wer bisher noch keine Pflanzen im Freien in die Erde gebracht hat, hat alles richtig gemacht. Das sagen jedenfalls zwei Experten aus dem Vogtland.

Auerbach/Lengenfeld.

Petrus bringt die vogtländischen Kleingärtner und Balkonbesitzer in diesem Jahr gehörig in die Zwickmühle: Während Supermärkte und Bauhausketten damit werben, dass man alles für die Frühjahrsbepflanzung am besten sofort kaufen sollte, ist das Wetter alles andere als zum Pflanzen geeignet.

"Der 15. Mai ist der Stichtag. Danach kann man mit dem Pflanzen außerhalb von Gewächshäusern beginnen", sagt Uwe Billhardt. Der Gärtner aus Lengenfeld bietet jeden Donnerstag auf dem Wochenmarkt in Auerbach seine Waren an. Blumen hatte er gestern kaum dabei. "Die Nachfrage nach Blumenpflanzen ist wegen der kühlen Witterung relativ gering." Ihm bereitet das nur insofern Probleme, dass er die Pflanzen in diesem Jahr in seinen Gewächshäusern umräumen muss, weil sie noch nicht verkauft sind. Er braucht den Platz für andere Arbeiten. Anders sei das seinen Beobachtungen zufolge in den Bauhäusern und Supermarktketten. "Die sind zum Teil auf ihren Pflanzen sitzengeblieben und müssen sie jetzt entsorgen." Auch der Gärtner würde sich freuen, wenn das Wetter besser wäre: "Aber für das Vogtland ist es nicht unnormal, dass es im April so kühl ist."

Die Gewächshäuser in Lengenfeld sind voll mit Blumen-, und Gemüsepflanzen sowie Gemüse. Das sagt auch Billhardts Schwester Antje. Die Hobbygärtner können sich nach ihren Worten 2017 auf Modeblumen wie die von den sächsischen Gärtnern zur "Pflanze des Jahres" gekürten Duft-Begonie und andere Duftblumen freuen. "Da gibt es irre Düfte wie Pinien- oder Cola-Duft." Auch beim Gemüseangebot liegt die Gärtnerei im Trend. Dieses Jahr bringt sie 100 Tomatensorten unter die Leute. 2016 waren es 20.

"Wenn eine Pflanze durch Kälte zurückbleibt, ist der Schaden größer, als wenn man sie später pflanzt", sagt Antje Billhardt. Deswegen empfiehlt auch sie: "Nichts vor den Eisheiligen draußen in die Erde bringen." Die kalten Tage sind dieses Jahr vom 11. bis 15. Mai. Später ist nach den Erfahrungen der Gärtnerin die Erde wärmer. "Das mögen viele Pflanzen. Viele Gartenblumen sind ursprünglich nicht bei uns heimisch und brauchen mehr Wärme."

Einen Tipp hat das Gärtner-Geschwisterpaar noch: Wer später Blumenpflanzen kauft, bekommt größere Exemplare. Grund: "Die Pflanzen haben mehr Platz und können besser wachsen. Das macht in zwei Wochen manchmal viel aus."

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