Hochzeit in Coronazeiten

Der Auerbacher Amtsleiter Knut Kirsten und seine Lebensgefährtin haben geheiratet: unter erschwerten Bedingungen.

Auerbach/Bad Elster.

Eine große Hochzeit sollte es ohnehin nicht werden - doch ganz so klein hatten sich Knut Kirsten (50) und seine langjährige Lebensgefährtin Stefanie Wabersich (39) die Feier dann doch nicht vorgestellt. Am Samstag schlossen der Auerbacher Sozialamtsleiter und die Ärztin im Standesamt von Bad Elster den Bund der Ehe. "Wir wollten uns im engsten Familienkreis im König-Albert-Hotel einquartieren und hatten uns außerdem eine kleine Gaststätte ausgesucht", berichtet Kirsten. Der Termin stand seit Monaten fest - doch dann kam Corona und machte auch dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Hotel und Restaurant wurden geschlossen. Eine Weile sah es so aus, dass zur Trauung nur das Paar selbst anwesend sein dürfte. Trotzdem wollten die beiden ihre Hochzeit nicht verschieben. Das Paar lebt seit acht Jahren zusammen, für beide ist es die zweite Eheschließung.

Gerade noch rechtzeitig kam die Lockerung, wonach bei Hochzeiten 15 Personen anwesend sein dürfen. Allerdings nicht in Bad Elster: Angesichts der räumlichen Verhältnisse wurden dort lediglich sieben zugelassen. Außer dem Brautpaar durften die drei Kinder aus den ersten Ehen mit hinein. "Mein Sohn ist zwölf, Stefanies Söhne neun und dreizehn - alle verstehen sich zum Glück gut", sagt der Amtsleiter. Außerdem konnten die beiden Mütter von Braut und Bräutigam teilnehmen. Die Väter mussten draußen warten, ihnen blieb nur der Blick durch die Tür.

Bad Elster hatte das Paar als Hochzeitsort gewählt, weil es dort oft im Theater zu Gast ist, sagt Knut Kirsten: "Wir lieben diese Stadt, verbinden schöne Erinnerungen mit ihr, und das Ambiente ist toll." Nach der Trauung schoss Hagen Hartwig Fotos des Brautpaars im Kurpark. Der Stadtsprecher war einer der wenigen Eingeweihten außerhalb der Familien.

Trotz aller Einschränkungen sei es ein schöner und unvergesslicher Tag gewesen, meint der Bräutigam: "Die besonderen Umstände werden wir natürlich auch nie vergessen." Eigentlich war für Juli eine Art Hochzeitsreise in die Dolomiten geplant, aus der wohl nichts wird. Wohin es stattdessen geht, ist laut Kirsten offen: "Meine Frau liebt die Ostsee, ich die Berge - das letzte Wort ist nicht gesprochen."

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