Idee: Buga ins Vogtland und Welterbe-Titel für die Brücke

Frank Lorenz vom Verein Kunsthalle Vogtland will Akteure der Region an einen Projekt-Tisch holen. Tenor: Wer das Vogtland touristisch entscheidend voranbringen will, muss Großes groß denken.

Reichenbach.

Wenn im Vogtland weiter kleinteilig gedacht wird, prophezeit Frank Lorenz: "Dann stehen wir noch in 20 Jahren vor der Göltzschtalbrücke und sagen, die hat großes Potenzial, da müsste mal was gemacht werden. Wer das Vogtland touristisch entscheidend voranbringen will, der muss das Vogtland endlich als Ganzes begreifen und dort ansetzen, wo das größte Potenzial drinsteckt." Und das ist die Göltzschtalbrücke, sagt der künstlerische Leiter des Vereins Kunsthalle Vogtland und geht mit einer Idee an die Öffentlichkeit, die wie die Idee des Brückenbaus seinerzeit wohl an Kühnheit kaum zu übertreffen ist.

Schließlich schwebt Frank Lorenz der Unesco-Welterbetitel für die Göltzschtalbrücke und eine Bundesgartenschau von der Brücke bis zum Ex-Laga-Gelände von Reichenbach vor. "Ich weiß, es klingt verrückt. Aber es geht nur so. Große Fragen brauchen große Antworten. Titel und Buga würden eine riesige und nachhaltige Aufmerksamkeit erzeugen", sagt der Reichenbacher, der mit seinen zu einer ersten Konzeption gereiften Ideen eine Runde aus Akteuren des öffentlichen Lebens überzeugen möchte. Dazu sollen im Herbst unter anderem Vertreter umliegender Orte, des Kreises und des Tourismusverbands an einem Projekt-Tisch platznehmen.


Finde der Vorstoß tatkräftige Befürworter und habe eines Tages Erfolg, könne die Brücke zu dem Touristik-Magneten werden, der eine Anziehungskraft fürs ganze Vogtland entfaltet - mit positiven Effekten für viele Wirtschaftszweige und das urbane Leben im Wettstreit der Regionen. "Nicht zuletzt geht es auch darum, Aufbruchstimmung zu erzeugen und junge Leute in der Region zu halten und anzuziehen. Junge Menschen gehen dort hin, wo sie einen lebendigen Pulsschlag fühlen. Es ist nicht nur das Geld, das zieht."

Für die Verwirklichung der Pläne hält Frank Lorenz einen Zeitrahmen von bis zu 15 Jahren für realistisch. "Der Schwarzwald, der uns landschaftlich nichts voraus hat, hat das mit der Kuckucksuhr geschafft. Wir haben diese irre Brücke und viele weitere Highlights wie die Arena, den Musikwinkel, das Bäderdreieck, die Spitzenstadt oder Plohn. Doch jeder denkt nur im Klein-Klein. Wenn die Erbauer der Brücke nicht groß gedacht hätten, gäbe es diese einzigartige Brücke gar nicht." Jetzt gehe es darum, gemeinsam an einer Konzeption zu arbeiten und auch im Hinblick auf die Finanzierung der Projekte neue Wege zu denken. "Da müssten alle mit ins Boot. Ich denke da auch an Firmen, die mit der Brücke werben oder die Bahn, die ja von Buga und Titel profitieren würde." Die Bahn sei ohnehin im Hinblick auf eine zeitgemäße Präsentation der Brücke wichtiger Partner. Denn neben dem konsequenten Freischnitt des Bauwerks müsste die mittlere Ebene begehbar und etwa via Seilbahn vom Parkplatz aus erreichbar sein. Von dort könnte sich ein attraktionsreiches grünes Band entlang der Göltzsch nach Reichenbach ziehen. "Aber auch die Einbeziehung der Pöhl in die Buga ist denkbar. Auch dort liegt Potenzial brach. Denkbar ist viel. Und wenn es letztlich eine Landesgartenschau wird, wäre auch viel gewonnen."

Apropos. Michael Rudolph vom Leipziger Architekturbüro Station C 23, seinerzeit treibende Kraft der Laga-2009-Konzeption und aktuell Planer der Torgauer Laga 2022, sagt zu den Plänen: "Die Idee finde ich toll, auch wenn die Finanzierung eine Herausforderung ist." Immerhin falle ein Buga-Budget im Vergleich zu einer Laga um das bis zu 15-fache größer aus. Doch wer nichts wage, der könne auch nichts gewinnen.

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