Im Vogtland 636 Asylbewerber ausreisepflichtig

Wie es mit den Ausreisepflichtigen weitergeht, lässt der Landkreis offen. Vergangenes Jahr gab es 61 Abschiebungen.

Plauen.

Die Anzahl der im Vogtlandkreis lebenden Asylbewerber ist leicht rückläufig. Sie sank von 1432 per Ende 2017 um 48 auf 1384 zum Stichtag 31. Dezember 2018, wie es im aktuellen Asylbericht des Vogtlandkreises heißt. Dezernentin Christina Uhlenhaut hat das Papier in der Februar-Sitzung des Kreistages in Plauen vorgelegt.

In der Statistik der Kreisbehörde werden 636 Menschen als "vollziehbar ausreisepflichtige Personen" geführt. Auch dieser Wert sei annähernd konstant, erklärte die Dezernentin. Mittels Rückkehrberatung habe die Behörde mit 145 Menschen über die Rückkehr in ihre Herkunftsstaaten geredet. "In Summe konnten 27 freiwillige Ausreisen vollzogen werden", so Uhlenhaut. Bei 61 Personen habe die Zentrale Ausländerbehörde des Freistaates "zwangsweise Rückführungen durchgeführt". Wie es mit dem Gros der 636 Ausreisepflichtigen weitergeht, das lässt der Asylbericht offen.

Der "Bestand" der im Vogtlandkreis lebenden Menschen, die nach Abschluss des Asylverfahrens einen Aufenthaltstitel haben, stieg von 1250 per Ende 2017 um 80 auf 1330 Ende 2018. Im Bereich des Familiennachzuges geht die Tendenz nach Uhlenhauts Angaben wieder zurück: Von 90 Personen, die im Jahr 2016 ihren Angehörigen ins Vogtland folgten, schnellte der Wert 2017 deutlich nach oben auf 170. Für 2018 meldet die Dezernentin 76.

Die Integration in Ausbildung und Arbeit gelinge im Vogtland "sehr gut". Der Asylbericht verweist auf Erfolge einer Lenkungsgruppe unter Beteiligung von Arbeitsagentur, Schulbehörde, Handwerkskammer, IHK und Jobcenter. Ende 2018 seien 748 anerkannte Flüchtlinge als "erwerbsfähige Leistungsberechtigte" gemeldet gewesen. Die Zahl sinke, da im Vorjahr "326 anerkannte Flüchtlinge in den ersten Arbeitsmarkt integriert" worden seien. Die Integrationsquote betrage im Vogtland 37 Prozent, in Sachsen 28,1 und im Bund 26,7 Prozent.

Auf widersprüchliche Angaben von Jobcenter und Kreisbehörde wies DSU-Kreisrat Roberto Rink hin. Er wolle wissen, wie viele Flüchtlinge tatsächlich in Lohn und Brot stehen. Die Behörden bringen einiges durcheinander mit "erwerbsfähig" und "erwerbstätig", monierte der Treuener. In der Kreistagssitzung blieb Rinks Frage unbeantwortet. Die Kreisverwaltung werde die Antwort nachreichen, hieß es.

www.freiepresse.de/asylbericht

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