Initiative will Zeichen gegen Hass setzen

Die Veranstaltungsreihe "Wann wenn nicht jetzt" macht in Plauen Station. Doch was hat es damit auf sich?

Plauen.

Neun Städte stehen auf dem Tourplan der Veranstaltungsreihe "Wann wenn nicht jetzt", die vor den Landtagswahlen durch Brandenburg, Sachsen und Thüringen führt. In Zwickau machten die Initiatoren zuletzt bereits Halt, am Samstag, 10. August, ist Plauen an der Reihe. "Wir erwarten viele Besucher", sagt Lea Kittler, die zum Organisatorenteam gehört. Doch um die Masse gehe es den Machern gar nicht in erster Linie. Vielmehr wolle man laut Kittler mit den Aktionen und Konzerten auf dem Altmarkt erreichen, dass die Menschen sich abgeholt fühlen. Bei Kaffee und Kuchen, Straßentheater und Ständen, Lesungen und Podien soll eine Vielzahl von Themen zur Sprache kommen - zum Beispiel Klimagerechtigkeit, Feminismus, Arbeitslosigkeit und Strukturwandel, Rechtsruck und Solidarität mit Geflüchteten. "Der Bezug zur Region und Erfahrungen während und nach der DDR stehen dabei im Vordergrund", kündigen die Initiatoren hat.

Gerade im Osten sei man schnell abgestempelt, sagt Lea Kittler - eine Region, die ihrer Ansicht nach oft als grau oder gar braun definiert werde. "Doch auch bei uns gibt es Demokraten, Menschen, die anders sind", so die 18-Jährige. Durch Gespräche, mit Musik und vielen Programmpunkten, die sich gegen Hass, Angstmache und Hetze sowie einen drohenden Rechtsruck richteten soll zu Zivilcourage, Menschlichkeit und Verständnis füreinander angeregt werden, sagt die Zwickauerin, die in Plauen am Beruflichen Schulzentrum e.o.plauen ihr Fachabitur im Bereich Gestaltung abgelegt hat.


Gemeinsam mit den Initiatoren von "Wann wenn nicht jetzt", einem Zusammenschluss von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen, wollen sich am kommenden Samstag ab 10 Uhr rund um den Altmarkt auch regionale Gruppen und Initiativen versammeln. Zum Beispiel sind ab 12.30 Uhr mit Steffen Kollwitz, Steffen Unglaub, Doritta Korte, Jürgen Lösche und Judith Braband Zeitzeugen des Wendejahres 1989 bei einer Podiumsdiskussion zu erleben.

Auch die "Schnibbeldisco" der jungen Klimaaktivisten von "Fridays For Future" soll eine Neuauflage erleben. Geplant sind zudem ein Film der Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline (16 Uhr, Jugendherberge "Alte Feuerwache") und Konzerte lokaler Bands vor dem Rathaus - das erste am Nachmittag, abends soll es einen Headliner geben. "Doch wer genau spielt, das wird noch nicht verraten", so Kittler. Für Kinderbetreuung sei während der gesamten Veranstaltung gesorgt.

Welche Partei sie wählt, kann Lea Kittler als Mitinitiatorin momentan noch nicht sagen. Zufrieden sei sie zumindest nicht mit der Arbeit der derzeit im sächsischen Landtag Vertretenen. Für die junge Frau steht fest: "Auf jeden Fall möchte ich kein Nichtwähler sein." Und auch Besucher des Aktionstages sollen zum Wählen ermutigt werden.

Schon am Freitag können Zuschauer im Malzhaus (Kellerbühne) die "NSU-Monologe. Der Kampf der Hinterbliebenen um die Wahrheit" erleben. Dabei handelt es sich um dokumentarisches Theater. Beginn: 19.30 Uhr. Am Sonntag geht das Aktions-Wochenende mit einem Vortrag zum Thema "Ideologie" und experimenteller Musik zu Ende.

https://wannwennnichtjetzt.org

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