Insel-Filmwinter feiert Premiere: Kino mal anders findet Zuspruch

Der Insel-Filmwinter im Rodewischer Schlösschen hat mit zwei Streifen einen erfolgversprechenden Start erlebt. Zwei weitere Veranstaltungen sind geplant.

Rodewisch.

Kino gibt es am Rodewischer Schlösschen dank der legendären Freiluft-Veranstaltungen schon länger. Mit Beginn ihrer Vorführ-Saison 2020 haben die Veranstalter vom Verein Inselkino am Samstag Neuland beschritten. Der erste Insel-Filmwinter im historischen Gemäuer kam mehr als gut an. Am Nachmittag sorgte "Der kleine Prinz" bei überwiegend jungen Gästen für große Augen. Für die Abendvorstellung hatte der Verein Hape Kerkelings Biografie "Der Junge muss an die Frische Luft" ausgesucht.

Das Kinder-Kino füllte den kleinen, für etwa 60 Zuschauer ausgelegten Saal zur Hälfte. Stunden später war ohne Reservierung kaum noch ein Platz frei. "Wir hatten sogar 30 Vorbestellungen", erzählte Vereinschef und Filmemacher Matthias Ditscherlein. Zum Hingucker avancierten auch Technik-Details: Den Nachmittags-Kurzfilm warf ein 60 Jahre alter Projektor an die Leinwand. "Wir haben gemerkt, dass es bei Kinder gut ankommt, wenn da etwas rattert. Es ist aber auch ganz interessant, weil wir ansonsten ganz neue Beamer haben", sagte Ditscherlein.

Mit Kino-Vorstellungen auf der Schlossinsel will der Verein Lücken schließen. "Vielleicht sehen junge Leute hier Filme, die sie vielleicht im Kino verpasst haben", so Ditscherlein. Auch für Menschen, die lange Zeit kein Kino von innen gesehen haben, will man Anlaufstelle sein. Übergeordnetes Ziel sei es, "Leute wieder für ein gemeinsames Filmerlebnis zu begeistern", sagte der Vereinsvorsitzende. "Umso besser, wenn sie dann auch in ein normales Kino gehen."

Bis März haben die zehn Inselkino-Macher an drei Tagen Winter-Filme im Programm. Der Ablauf ist immer derselbe: Nachmittags sind Kinder die Adressaten, der Abendfilm richtet sich an erwachsenes Publikum. Weil die Premiere optimistisch stimmt, können sich Matthias Ditscherlein und seine Mitstreiter Fortsetzungen vorstellen. "Dafür passt das Schlösschen prima", berichtete er. "Unsere Leinwand passt auch gerade so rein."

Für junge Kinofans wird es bei der März-Vorführung doppelt spannend. Dann steht "Das Dschungelbuch" auf dem Spielplan. Normalerweise sind die Filmwinter-Streifen aktuellen Datums. Der Disney-Klassiker macht eine Ausnahme. Er stammt aus dem Jahr 1964 und ist auf 16-Millimeter-Filmrollen gespeichert. "Solche Dinge sieht man heute relativ selten", sagte Matthias Ditscherlein. "Im Vergleich zu einem richtigen Kino sind die Leute hier ganz nah dran und können auch mal Fragen stellen."


Besucherlob und Fortsetzung

Sarah Wagner aus Auerbach: "Wir gehen zugegebenermaßen nicht oft ins Kino, aber das hier ist eine ganz andere Atmosphäre. Weder zu groß noch zu klein."

Andreas und Nils Flechsig aus Rodewisch: "Eine gute Idee. Warum soll der Raum leer stehen, wenn man ihn gut nutzen kann?"

Sibylle Benkewitz aus Chemnitz: "Ich bin froh, dass mich meine Freunde mit hergeschleppt haben. Dass ein Verein so was in gemütlichem Rahmen anbietet, habe ich bei mir zu Hause am Rand von Chemnitz noch nicht erlebt."

Am 15. Februar findet im Rodewischer Schlösschen die zweite Filmwinter-Doppelvorführung statt. 16 Uhr wird "Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten" gezeigt, ab 19.30 Uhr läuft "Weit". Beides sind Dokumentarfilme. (dien)

www.inselkino-rodewisch.de

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