Interesse für Frau am Spinnrad

Mit 20 Akteuren hat sich der Auerbacher Hobbymarkt selbst übertroffen. Bei einem Handwerk konnten die Gäste sogar zuschauen.

Auerbach.

Gleich am Anfang fällt der Blick auf die flinken Finger von Dorit Güttler. Bei aufmerksamen Beobachtern auch schnell auf ihre Füße. "Ja, ich habe Socken an", sagt sie. "Weil mein Spinnrad etwas wert ist und ich nicht mit Straßenschuhen drauftreten will." Die junge Frau aus Aue hat sich zum 13. Hobby- und Kunsthandwerkermarkt am Samstag in der Auerbacher Göltzschtalgalerie Nicolaikirche erstmals unter die Aussteller gemischt - und war gleich ein Hingucker. Denn Vorführungen sind selten.

20 Kunsthandwerker aus dem Vogtland und Erzgebirge standen Seite an Seite. So viele wie nie zuvor. "Wir haben unseren Stamm, aber auch Neue dabei", sagte Galerie-Leiterin Romy Hartwig. Zweimal pro Jahr gibt es solche Veranstaltungen: Wenn der Advent in Reichweite kommt und Ostern fast vor der Tür steht. Ein Charakteristikum aller Märkte ist die Bandbreite. Im zeitigen Frühjahr reicht die Objekt-Palette von Papier, Pappe, Holz, Stoff, Wolle, Glas und Stein bis zu Gebackenem. Schmuck und Genähtes wurde den zahlreichen Gästen präsentiert, außerdem Kleidung und Dekoratives für draußen und drinnen.

Der Frau am Spinnrad haben die Besucher oft Löcher in den Bauch gefragt. Etwa, wie dünne und dicke Schafwollfäden zustande kommen. Unter die Spinnerinnen ging Dorit Güttler 2015. Zum Filzen fand sie vor elf Jahren. Damit machte sie sich damals selbstständig. "Ich habe das mal irgendwo auf einer kreativen Freizeit gesehen und dann ausprobiert", erzählte die 37-Jährige. Ihr hat es das alte Handwerk angetan und die Möglichkeit, Naturprodukte herzustellen. "Das Material ist sehr vielfältig. Man kann es in eine ganz zarte Form bringen. Es kann aber auch so fest sein, dass man in einem Filzhut Wasser davontragen kann."

Davon zu leben, sei jedoch ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Dorit Güttler. Mit ihrer Firma Handmähd by Dorit verdiene sie vielmehr ein Zubrot in der Familie. Spaß mache es trotzdem. Und den Bezug zu ihrem erlernten Beruf hat sie nicht ganz verloren. "Ich gehe auch in Kindergärten mit dem Filzen", sagte die ehemalige Erzieherin. Wer möchte, kann bei ihr Kurse belegen. Über mangelnden Zuspruch kann sich Dorit Güttler eigenen Worten zufolge nicht beschweren. "Filz ist nach wie vor sehr gefragt."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...