Internet-Ausbau: 120 Kilometer Kabel müssen in die Erde

Damit die Auerbacher schneller im Internet surfen können, müssen neue Leitungen verlegt werden. Überall wird gebuddelt.

Auerbach.

Drei Monate ist es her, dass mit einer Bauberatung am Mühlberg der inoffizielle Startschuss für den Breitband-Ausbau in Auerbach gefallen ist. Bis nächstes Jahr wird es dauern, in Auerbach die Infrastruktur für schnelles Internet per Glasfaserkabel zu schaffen. Inzwischen wird an vielen Stellen im Stadtgebiet mit Kleinbaggern und in Handarbeit geschachtet, fräsen Baumaschinen Kabelgräben in Straßen und werden Netzverteiler montiert.

"Es läuft. Die Telekom und die von ihr beauftragten Baufirmen leisten eine gute Arbeit", schätzt Auerbachs Bauamtsleiter Patrick Zschiesche nach den ersten Wochen der Zusammenarbeit ein. Denn: Für den Ausbau des Glasfaserkabelnetzes wird die Stadt im Prinzip einmal komplett umgegraben. Je nach Bauverfahren mehr oder weniger aufwändig, gelegentlich auch in Zusammenhang mit laufenden Bauarbeiten wie in der Kaiserstraße. "Der Vorteil: Die Rohre für die Kabelverbünde können beim Bau der Fußwege gleich mit verlegt werden. Der Nachteil: Das hat zu Verzögerungen geführt", berichtet Zschiesche. Und schickt hinterher, dass das Verständnis der Anlieger bislang meist groß sei. "Schließlich will fast jeder schnelles Internet."


Exakt 93 Prozent der Grundstückseigentümer in Auerbach hatten im Vorfeld Interesse bekundet, Glaserfaserkabel kostenlos bis zur Anschlussstelle im Haus gelegt zu bekommen. Am Ende soll darüber das schnelle Internet zu mehr als 3600 Haushalten gelangen.

Bis es soweit ist, laufen aufwändige Bauarbeiten: Für das Verlegen der Leerrohre, Kabel und Leitungen werden rund 120 Kilometer Kabelgräben geschachtet und 147 Netzverteiler-Kästen montiert. Dieser Aufbau der Netzverteiler-Struktur erfolgt im öffentlichen Raum, meist im Bereich von Fußwegen.

Die Telekom, die für die Region Vogtland Nord den Zuschlag bekam, hat Auerbach in vier Abschnitte unterteilt, in denen von den Baufirmen teils parallel gebaut wird.

Parallel wird im Bereich des ehemaligen Postamtes an der Willy-Brand-Straße, das die Telekom weiter nutzt, die Kopfstation errichtet. Die Schnittstelle ist der Internetzugang für das gesamte Stadtgebiet.

Nach Angaben des Vogtlandkreises, der den Breitbandausbau koordiniert, profitieren von der neuen Infrastruktur in Auerbach alle Stadtteile und Ortschaften, in denen bislang kein höheres Tempo als 30 Mbit/s anliegt. Das ist nahezu das gesamte Stadtgebiet - ohne Beerheide, Schnarrtanne und Teile von Rebesgrün. Dort wurde die Netz-Infrastruktur bereits 2010/11 modernisiert. Nach dem damaligen Stand der Technik per Vectoring. Diese Kombination aus Glasfaser- und Kupferkabel ist langsamer als ein reines Glasfasernetz.

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