Jäger kommen aus der Deckung

Mit ihrem ersten gemeinsamen Fest haben die Auerbacher Jäger und Angler Einblick in ihr Hobby gegeben. Sie wollen an ihrem Image feilen und Nachwuchs gewinnen. Für Erste hat das gut geklappt.

Treuen/Veitenhäuser.

Am Freitagabend hat das Reh noch gelebt, das René Floß und Gerhard Kroitzsch vom Vogtländischen Jagdverband Auerbach am Samstag vor den Augen der Zuschauer erst aufbrachen, es dann aus der Decke schlugen, um es anschließend zu zerlegen - so die Formulierungen der Jägersprache. Gemeint ist damit das Entnehmen der Innereien und das Abziehen des Fells. Die Demonstration der fachgerechte Vorgehensweise gehörte zum Programm des ersten Jagd- und Fischereifestes, das der Jagdverband zusammen mit dem Angelverein Reumtengrün an den Veitenhäusern ausrichtete.

Erich Wilhelm, der zweite Vorsitzende des Jagdverbandes Auerbach, wollte zum Fest auch das oftmals falsche Bild vom Jäger in der Öffentlichkeit gerade rücken. "Wir schießen nicht wahllos auf Tiere. Unsere Aufgabe ist die Hege." Artenreiche und gesunde Wildbestände und der Erhalt ihrer Lebensgrundlage seien das Ziel eines jeden Jägers.

Trotzdem sind Jäger ein Völkchen für sich. Sie präsentieren stolz ihre Jagdtrophäen: Geweihe, Hörner und Felle von erlegten Tieren. Zum jagdlichen Brauchtum gehört auch eine entsprechende Kleidung. Jäger haben ihre eigenen Musik - Jagdsignale und Jägerlieder. Jäger haben sogar ihre eigene Sprache mit vielen hundert Begriffen, die für den Laien nicht immer gleich verständlich sind. All das wurde am Sonnabend beim Jagdfest vermittelt.

Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung hatte der Landesjagdverband Sachsen übernommen. Präsidiumsmitglied Kay Rotter aus Lauschgrün: "Wir wollen mit allen, die Aufgaben in der Natur erfüllen - Jäger, Angler, Naturschützer, Forstleute - zusammenarbeiten." Auch Falkner, Hunde- und Jagdschulen möchte Rotter für gemeinsame Ziele gewinnen. "Die Probleme in den Wäldern lösen wir nur zusammen. So eine Veranstaltung ist gut geeignet, die Öffentlichkeit für derartige Themen zu sensibilisieren."

Der Jagdverband verfolgte allerdings noch ein ganz anders Ziel, wie Erich Wilhelm erklärte: "Wir brauchen Nachwuchs. Wir wollen junge Leute für die Jagd interessieren." Weshalb die Jagd kein Allerweltshobby ist, erklärte Olaf Temp, der zusammen mit Gerhard Kroitzsch eine Jagdschule betreibt. Der Jagdschein trage nicht umsonst den Beinamen "Grünes Abitur". Die Messlatte bei der Prüfung liege hoch. "Trotzdem können wir uns nicht über mangelnde Interessenten beklagen. Die beiden Lehrgänge, die wir pro Jahr anbieten, sind immer voll belegt." Jagd sei kein preiswertes Hobby. Die Jägerprüfung, die Kleidung, Waffen, ein geeignetes Fahrzeug, ein Revier, in dem der Jäger jagen darf, - alles kostet Geld.

Das Jagd- und Angelfest bot Gelegenheit, sich über die vielen Facetten der Jagd zu informieren und Wissenslücken zu schließen, was nach Schätzung von Frederic Schaarschmidt, dem Vorsitzenden des Angelvereins, auch etwa 300 Leute taten. "Damit ist die Veranstaltung ein Erfolg." Es spreche also nichts dagegen, über eine zweite Auflage diese Festes im nächsten Jahr nachzudenken.

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