Jagd auf Wildschweine: Waidmänner sehen Probleme

Welche Aufgaben Jäger zu erfüllen haben, vor welchen Problemen sie oft stehen und welche Kenntnisse sich ein Jäger aneignen muss, das erfuhren die Besucher am Samstag in Veitenhäuser.

Veitenhäuser.

Welche Bedeutung die Jagd gerade in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest und einer steigenden Zahl schwer bejagbarer Wildschweine hat, darauf machten die Jäger des Vogtländischen Jagdverbandes Auerbach beim zweiten vogtländischen Jagd- und Fischereifest am Samstag im Treuener Ortsteil Veitenhäuser aufmerksam. Mit ihrer Veranstaltung, zu der Jäger und Angler aus dem gesamten Umkreis kamen, wollen die Organisatoren über die Themen Jagen und Angeln informieren. Vorführungen, eine Trophäenschau und Mitmachangebote standen am Samstag auf dem Programm.

"Wir sehen unsere Aufgabe unter anderem darin, durch das Bejagen des Schwarzwildes Schäden in der Landwirtschaft einzudämmen und die Afrikanische Schweinepest möglichst von hier fernzuhalten", sagt Gerhardt Kroitzsch, der Vorsitzende des Auerbacher Jagdverbandes. Wie schwierig das Bejagen von Schwarzwild gerade um diese Zeit ist, schildert Kay Rotter aus Lauschgrün, Präsidiumsmitglied im Landesjagdverband Sachsen. "Auf führende Bachen wird nicht geschossen. Jagdschneisen zwischen den Feldern sind manchmal bloß sechs Meter breit. Schwarzwild bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 35 Kilometern pro Stunden. Dem Jäger bleiben also höchstens zwei bis drei Sekunden Zeit das richtige Tier auszuwählen, zu zielen und abzudrücken. Es ist also fast unmöglich, auf diese Art und Weise zu jagen."

Aus Rotters Sicht ist die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten äußerst wichtig. Sie funktioniere aber noch nicht immer optimal. Dabei geht es nicht nur um das Schwarzwild. Rehkitze sind ebenfalls ein Thema, bei dem es auf gute Kommunikation ankommt. "Mit einigen Landwirten im Vogtland arbeiten wir gut zusammen. Wir werden informiert, wenn die Wiese gemäht werden sollen und laufen dann im Vorfeld die Fläche ab, um zu kontrollieren, dass keine Kitze im Gras liegen, die dann das Mähwerk töten würde." Es sei verboten, vor 9 Uhr und nach 18 Uhr zu mähen. Dann sei die Gefahr besonders hoch, dass Kitze in der Wiese liegen. "Doch daran halten sich nicht alle Landwirte", so Rotter.

Aus Sicht von Gerhard Kroitzsch klappt das Miteinander zwischen Jägern und Landwirten im Jagdverband Auerbach gut. "Wir bemühen uns gemeinsam um Schadensvermeidung", so der Vorsitzende. Kroitzsch, der auch aktiver Ausbilder ist und zu den Leitern des Jagdlichen Schulungszentrums Trebatal gehört, berichtet von jährlich 20 Jungjägern, welche die auch als grünes Abitur bezeichnete Jagdprüfung ablegen. Dieser Nachwuchs wird auch dringend gebraucht, denn der Altersdurchschnitt der Auerbacher Verbandsmitglieder liegt bei mehr als 60 Jahren.

In den 140 Stunden Theorie und den 30 Stunden Praxis erwerbe der Jungjäger ein umfangreiches Wissen, das sich nicht allein auf die Jagd beschränkt. "Unter anderem muss ein Jäger auch alle Baum- und alle Getreidearten kennen", nennt Kroitzsch ein Beispiel. Kay Rotter sieht noch einen anderen Schwerpunkt: die Brauchtumspflege. "Manche Bräuche und Traditionen drohen in Vergessenheit zu geraten. Dagegen möchte ich etwas tun."

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.