Jawafreunde retten Denkmal vor Verfall

Es erinnert an den Bäderstil der 20er-Jahre und ist dank eines Vereins wieder saniert geworden: das Rodewischer Kassenhaus.

Einst das Kassenhaus im Rodewischer Bad, heute Domizil der Jawafreunde Vogtland: Vereinschef Dieter Hdrava präsentierte gestern das denkmalgeschützte Gebäude. An der Vorderseite ziert es ein schmucker Laubengang. Auf der Rückseite hier: mit Balkon.

Von Sybille Güntzel-Lingner

Das Kassenhaus am ehemaligen Freibad in Rodewisch ist zum Tag des Denkmals am Sonntag zum Anlaufpunkt vieler Besucher geworden. Das im norddeutschen Bäderstil der 1920er-Jahre erbaute Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist dank der Jawa- freunde Vogtland wieder zu einem Schmuckstück geworden. Sie haben das Haus 2011 von der Stadt Rodewisch angemietet und es mit viel Eigenleistung und privater Finanzierung saniert. Heute ist es der Vereinssitz der Jawafreunde. "Wir haben es in ruinösem Zustand übernommen. Es gab weder Wasser, Abwasser, noch Strom, die Räume waren zugemüllt", erinnert sich Vorsitzender Dieter Hdrava des traurigen Anblickes. Einst war das Kassenhaus auch Wohnhaus der Familie des Schwimmmeisters und Eintritt zum Bad.

Nach erfolgter Sanierung haben die Jawafreunde erstmals zum Tag des Denkmals in ihr Domizil eingeladen. Viele Besucher nahmen an den Führungen teil. Unter ihnen war auch die gebürtige Rodewischerin Karin Brückner. Sie erinnert sich gern an die Badbesuche ihrer Kindheit. Wie viele Rodewischer hat sie dort schwimmen gelernt. "Es ist anerkennenswert, dass sich die Jawa- freunde dieses Hauses angenommen haben. Es wäre sonst verfallen", sagt sie.

Im Erdgeschoss, wo sich früher der Kassenraum mit drei Fenstern befand, hat heute Dieter Hdrava sein Büro. Die ehemaligen Wohnräume im Erd- und Obergeschoss hat der Verein unter Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes zu Versammlungsräumen, Küche und Sanitäranlagen ausgebaut. "Wir konnten alte Türen, Öfen und Parkettböden wieder verwenden", so der Vereinschef. Auch äußerlich wurde an dem Haus mit Walmdach, Laubengang, dreigeteilten Fenstern und Balkon an der Rückseite festgehalten. Eine Badeordnung, alte Rettungsringe und Fotografien erinnern an die Gründerzeit des Bades. Samt Kassenhaus und Umkleidekabinen wurde es 1922 eröffnet. Damals galt es als eines der modernsten Freibäder Sachsens. Nach der Wende kam das Aus. Nachdem Modernisierungs-und Erweiterungspläne des damaligen Bürgermeisters Hans-Rudolf Trischmann gescheitert waren, wurde das Bad stillgelegt.

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