Jubel-Fahrt ins große Victoria-Jubiläum

Frank Albert und sein Motorrad KR 26 haben beim 30. Internationalen Victoria-Treffen mitgemischt. Warum die Teilnahme für ihn wie ein Wunder war.

Frank Albert aus Lengenfeld startete mit seiner frisch aufgemöbelten Victoria KR26 von 1953 beim Victoria-Treffen in Pfaffengrün.

Von Sylvia Dienel

Auf dem Parkplatz vor der Pfaffengrüner Turnhalle wird es langsam eng. Pünktlich rollen und rattern sie dann am Samstagvormittag los: Über 60 Victoria-Motorräder. Zur großen Vogtlandrundfahrt als Herzstück des 30. Internationalen Victoria-Jahrestreffens ist nicht nur der Weg das Ziel. Zwei Höhepunkte erwarten die Fans historischer Automobile entlang der 85-Kilometer-Tour: Der erste heißt Horch-Museum Zwickau, der zweite Göltzschtalbrücke.

In die lange Schlange reihte sich auch eine KR 26 Baujahr 1953 mit Frank Albert am Lenker ein. Die Kennzeichen ließen ahnen, woher seine Mit-Fahrer kamen: aus ganz Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz. Für den Lengenfelder war es das erste Victoria-Treffen. Und ein glücklicher Umstand, dass er mit passendem Gefährt dabei sein konnte. 14 Jahre führte das Motorrad ein Schattendasein in seiner Halle, wo der passionierte Oldtimer-Fahrer weitere betagte Zwei- und Vierräder lagert. Dieses Jahr möbelte er die graublaue, zum Teil im Originalzustand belassene Maschine auf. "Ich dachte, machste halt mal die Victoria fertig - für den Spaß", erzählte Albert. "Dann findet hier das Treffen statt. Es ist wie ein Wunder. Oder Zufall." Sein Hochrad war sofort startklar, blieb aber auf dem Platz. Weil das Thema diesmal Fahrrad hieß, präsentierten sich auch viele Victoria-Leichtgewichte. Denn die 1886 gegründete Nürnberger Firma baute nicht nur Motorräder, sondern auch Fahrräder und Mopeds.

Die Stimmung samt Camping-Atmosphäre und Gaudi-Wettkämpfen gefiel Albert. "Hier haben alle den gleichen Gedankengang", sagte er. Der 38-Jährige schätzt Bodenständigkeit. "Die meisten Oldtimerfreunde, die ich kenne, sind ganz normale, vernünftige Menschen, mit denen man schnell auf einen Nenner kommt und sich auch vernünftig unterhalten kann." Und noch etwas mag der Lengenfelder: "Die Leute kennen die Geschichte ihrer Fahrzeuge." Insbesondere der rustikale Aufbau begeistert ihn. "Die reine Einfachheit", wie er es nennt: "Victorias beweisen, dass auch alles einfacher funktioniert."

Organisiert werden die Treffen von Mitgliedern der Interessengemeinschaft Victoria. Diesmal war Gert Reiher aus Treuen dran. Der Treuener zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Zulauf.

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