Jubiläum bietet Blick hinter dicke Mauern

80 Jahre Talsperre Pirk, das wurde am Samstag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Warum ein Rundgang im Inneren der Staumauer besonderes interessant war.

Magwitz.

Dichtes Gedränge herrschte am Samstagnachmittag auf dem Gelände der Staumeisterei an der Talsperre Pirk. Geladen war zum Tag der offenen Tür, den Anlass dafür bildete der 80. Geburtstag des Stausees, der 1939 nach vierjähriger Bauzeit eingeweiht worden war.

Die Besucher konnten dabei einen nichtalltäglichen Einblick in das Innenleben der Staumauer nehmen. Denn der rund 250 Meter lange Kontrollgang im Inneren der Mauer ist sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort finden zum Beispiel regelmäßig Messungen des Mauerwerks statt. Denn das Bauwerk, einst aus einzelnen Betonfeldern zusammengebaut, ist permanent dem Wasserdruck ausgesetzt. Das muss ebenso regelmäßig kontrolliert werden wie mögliche Veränderung an der Staumauer durch die Schwarmbeben. Viele Besucher nutzten den seltenen Einblick, um Fotos zu machen und sich bei den Mitarbeitern der Talsperre über die Technik und deren Arbeitsalltag zu informieren.


Der Nachmittag war für die Verantwortlichen auch ein Anlass, auf die Geschichte der Pirk zurück zu schauen. Dazu wurden auf dem Südende der Staumauer 15 Schautafeln eingeweiht, welche die Geschichte der Talsperre in Schrift und Bild erzählen. Errichtet wurden die Tafeln innerhalb einer Projektarbeit von Wasserbaulehrlingen der Landestalsperrenverwaltung. Für die inhaltliche Aufarbeitung waren die Mitarbeiter der Talsperre Pirk verantwortlich. "Wir haben viele Dokumente gelagert, die wir als Informationsquelle nutzen konnten. Anhand von alten Plänen, Bauanträgen und weiterer Unterlagen konnten unsere Mitarbeiter die Geschichte gut aufarbeiteten", erklärt dazu Betriebsleiter Gerd Zobel.

An Ort und Stelle ist mit einem Turbinenlaufrad und einer Absperrklappe auch Technik zu sehen, die einst im Schieberhaus zum Einsatz kam. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurden in jüngster Vergangenheit Anlagen erneuert, darunter die Antriebs- und Hydrauliktechnik. Laut Staumeister Matthias Schwanke sind Geräte ausgebaut worden, die über 20 Jahre im Einsatz waren. In weitere mechanische Technik soll in den nächsten zwei Jahren investiert werden. "Das ist notwendig, um so verlässlich wie möglich arbeiten zu können", erklärt Schwanke. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat die Landestalsperrenverwaltung rund 3,6 Millionen Euro in verschiedene Baumaßnahmen an der Talsperre Pirk investiert.

Abseits von Geschichte und Technik konnte man sich unter anderem in einem Kinozelt Filme zum Thema Wasser anschauen oder mit einem Hubsteiger die Pirk aus luftiger Höhe anschauen. Die Mitarbeiter der Industriekletter-Firma Schadek aus Plauen waren zu Gast und zeigten ihr Können an der Staumauer. Zweimal im Jahr kommen sie dort zum Einsatz um das Mauerwerk von Wildwuchs zu befreien.


Zahlen & Fakten

Mit einem Speicherraum von mehr als neun Millionen Kubikmetern Wasser zählt die Talsperre Pirk zu den mittelgroßen Anlagen im Freistaat Sachsen. Angelegt wurde sie zur Versorgung der Industrie mit Brauchwasser, zum Hochwasserschutz und zur Energiegewinnung. Sie hat auch eine Funktion als Erholungsort.

Übergelaufen ist sie beim Hochwasser am 2. Juni 2013 und am 24. Mai 2018, als im südlichen Vogtland innerhalb eines Tages 150 Liter Regen pro Quadratmeter fiel. (cbert/tm)

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