Jugendclub: Umstrittene Fahne wird entfernt

Anonyme Vorwürfe sorgen für Unruhe im Regenbogen-Verein

Rodewisch.

Eine selbst gebastelte Fahne mit der französischen Aufschrift "Viking Jeunes" wird aus dem Rodewischer Jugendclub "Regenbogen" entfernt. Dies ist Ergebnis eines Gesprächs von Club-Verantwortlichen mit Rodewischs Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) und einem Vertreter des Landratsamtes, nachdem in einem anonymen Schreiben schwere Vorwürfe gegen den Club erhoben worden waren. Einer davon betraf besagte Fahne: Die Aufschrift lässt sich mit "Wiking-Jugend" übersetzen, und diese war eine neonazistische Kinder- und Jugendorganisation, die 1994 verboten wurde.

Nach Darstellung des Clubs hat die Fahne damit nicht das Geringste zu tun, man habe sich in einem Projekt mit der mittelalterlichen Geschichte der Wikinger befasst und Verknüpfungen zur Entstehung Rodewischs hergestellt. Das Ganze könne jedoch "extrem missverständlich" aufgefasst werden, deshalb man sich auf die Entfernung der Fahne geeinigt, so Kerstin Schöniger. Weitere anonyme Vorwürfe betrafen ein Mitglied des Regenbogen-Vorstands. Sie sollen unter anderem durch Anforderung eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses für die betreffende Person aus der Welt geschafft werden. Im Gegenzug werde erwogen, Anzeige gegen unbekannt wegen Verleumdung zu erstatten.


Bürgermeisterin Schöniger betont, dass gerade im Jugendclub am Busbahnhof in den letzten Jahren mehr junge Migranten einen Anlaufpunkt gefunden hätte als wohl in jedem anderen vogtländischen Jugendclub: "Da gab es ein großes Engagement der Verantwortlichen." Umso bitterer und fragwürdiger seien die Vorwürfe. Es gebe keinerlei Hinweise auf rassistische oder ähnliche Vorfälle.

Unabhängig vom anonymen Schreiben ist im Kinder- und Jugendhilfswerk Regenbogen momentan viel im Fluss: Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung soll demnächst beraten werden, ob und wie es mit dem Verein weitergeht. Laut Schöniger wird erwogen, den Jugendclub an einen anderen Träger zu übergeben.

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