Junge Frau mit Faible für Wohnen

Julia Rammler aus Grünbach kann sich Deutschlands beste Raumausstatterin ihres Jahrgangs nennen - eine besonders kreative noch dazu.

Grünbach.

Gleich zwei Preise hat Julia Rammler beim diesjährigen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks abgeräumt: Die junge Frau aus Grünbach ist Bundessiegerin im Berufswettbewerb der Raumausstatter und damit Beste ihres Ausbildungsjahrgangs. Zudem wurde ihr der 1. Preis im Wettbewerb "Die gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten" zuerkannt. Der Preis wird für besonders kreative Leistungen vergeben.

"Es sind junge Leistungsträger wie unsere Bundessieger, die zeigen, wie weit man kommen kann, wenn man Erfüllung in seinem Traumberuf gefunden hat", würdigte Elke Büdenbender die erfolgreichen Handwerker. Die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier war Schirmherrin des Wettbewerbes und zeichnete die Jahrgangsbesten Anfang Dezember in Berlin aus.

Für Julia Rammler ist Raumausstatter tatsächlich ihr Traumberuf. "Ich bin gerne kreativ und mache was mit den Händen", sagt sie. "Man sieht, was man gemacht hat und andere freuen sich daran." Für den Wettbewerb musste sie eine 2,50 Meter mal 2,50 Meter und 1 Meter hohe Koje mit Fußbodenbelag, Tapete und drei Flächengardinen ausstatten. Elf Stunden hatte die 23-Jährige dafür Zeit. Alles musste aufeinander abgestimmt sein.

Raumausstatter ist für Julia Rammler zwar inzwischen der Traumberuf - erste Wahl war er aber nicht. Die Grünbacherin hatte zunächst ein Studium begonnen, doch damit war sie nicht glücklich. Die Neuorientierung brachte die Berufsausbildung in einem Fachmarkt für Heimausstattung in Rodewisch. Jetzt ist Julia Rammler im Betrieb ihrer Mutter Heike beschäftigt: das Familienunternehmen Grünbacher Gardinenkonfektion Emil M. Jacob hatte einst ihr Urgroßvater gegründet. Im Januar beginnt Julia Rammler ihre Meisterausbildung. Später will sie die Firma übernehmen.

"Handwerk ist zwar bodenständig, aber gleichzeitig auch international", sagt die Grünbacherin, die sich als Bundessieger für den Europacup ihres Handwerks qualifiziert hat, wo sie sich mit Raumausstattern aus ganz Europa messen will. Termin und Ort stehen allerdings noch nicht. Internationale Erfahrungen konnte die Grünbacher Handwerkerin dennoch bereits sammeln: Im Herbst führte sie ein Austauschprogramm der Handwerkskammer für drei Wochen ins französische Tours. Dort lernte sie in einer Polsterei viel Neues. "Im für seine Schlösser berühmten Tal der Loire arbeiten viele Handwerker an der Ausstattung dieser historischen Gebäude. Handarbeit wird dabei groß geschrieben, sogar die Gardinen werden mit der Hand genäht", berichtet Julia Rammler. Was sie während des Auslandsaufenthaltes in Frankreich gelernt hat, davon möchte sie einiges für die Grünbacher Firma übernehmen und dort zum Beispiel künftig auch Polstermöbel anbieten.

Der Abstecher nach Frankreich hat bei Julia Rammler das Interesse an weiteren Auslandaufenthalten geweckt. Dass die Handwerkskammer auch für Meister ein Austauschprogramm anbietet, das will die Grünbacherin auf jeden Fall nutzen.

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