Junge Menschen erleben bei Musical die Ideen Luthers

100 Akteure aus drei Gemeinden haben gestern in Auerbach die zweite Fassung von "Mönsch Martin" gegeben. Eine Akteurin verrät, wie sie sich dabei entwickelt hat.

Auerbach.

Der Reformationstag ist in der Auerbacher St.-Laurentius-Kirche mit einem Musical gefeiert worden. "Mönsch Martin" hieß das 70-minütige Bühnenwerk. Inszeniert wurde es von 65 Kurrende-Kindern aus den evangelischen Kirchgemeinden Auerbach, Zwickau-Marienthal und Ehrenfriedersdorf. Weitere elf junge Menschen und Erwachsene legten als Band flotte Töne über die Spielszenen. Im Hintergrund werkelten Verantwortliche für Technik, Licht, Ton, Kostüme, Schauspiel und Choreografie. Machte zusammen 100 Akteure.

Die Gastspiele in Auerbach gehören zur zweiten Fassung des Musicals rund um das Leben und Wirken Martin Luthers. Premiere dieser überarbeiteten Variante war vor zwei Wochen in Zwickau. Die Uraufführung von "Mönsch Martin" fand 2010 statt. Mehr als ein Jahr Vorbereitung ging damals bis zur Bühnenreife des Stücks und seiner Akteure ins Land. Die Umsetzung erforderte viel Engagement - auch von Ester Gogolin aus Ehrenfriedersdorf. Sie wirkt als einzige in beiden Fassungen mit.

Diesmal ist ihr Anteil um einiges anspruchsvoller: "Früher habe ich ein Marktweib dargestellt, das eigentlich nichts sagen musste. Ich habe damals nur Kleider und Töpfe angeguckt. Jetzt spiele ich die Frau von Martin Luther."

Als größte Herausforderung bezeichnete Ester Gogolin die Übungsphasen: Sowohl Texte als auch Lieder wollten gelernt werden. "Man muss die richtigen Töne treffen und viel auswendig lernen", sagte sie. Der Aufführung waren über 15 Proben vorangegangen. "Die anstrengendste hatten wir am Dienstag", erzählte Ester Gogolin. "Da gab es fast keine Pausen. Und wenn, dann nur kurze."

Für die 14-jährige Darstellerin ist Martin Luther ein Mensch, zu dem sie aufschaut. "Er hat die evangelische Kirche gegründet", schilderte Ester, was sie am meisten an ihm beeindruckt. Seine Person gibt nach ihrem Dafürhalten auch Kindern und Jugendlichen Orientierung in Glaubensdingen. Und darüber hinaus. "Martin Luther war ein wichtiger Mensch, der nicht nur so gehandelt hat, wie er denkt, sondern auch wie Gott denkt." Bereits aus der ersten Staffel nahm Ester Gogolin viel für sich mit. "Das war richtig cool und ich habe damals eine Nähe zu Gott bekommen." Die zweite Fassung bedeute noch viel mehr. "Ich habe viele nette Leute kennen gelernt, die an denselben Gott glauben."

Nach der Inszenierung von gestern ruht das Stück bis nächstes Jahr. Dann wird das 100-Mann-Team Auerbachs Kantor Ulrich Meier zufolge beim Kirchentag in Ehrenfriedersdorf vor dem Publikum stehen. "Außerdem gibt es im Vogtland noch Aufführungen für Schulen."


Das Musical

"Mönsch Martin" erzählt zentrale Ereignisse der Reformationszeit neu, springt aber auch zwischen dem ausgehenden Mittelalter und der Gegenwart hin und her. Das Stück wirft Fragen auf: Wie hat sich das gesellschaftliche Leben über die Jahrhunderte verändert? Welchen Beitrag leistete Martin Luther dazu? Das informative und lehrhafte, aber trotzdem humorig aufbereitete Stück für Kinder und Erwachsene kommt mit Ablass-Blues, Thesen-Rap und Bibelübersetzersamba daher. Es ist das erste selbst produzierte Musical der Kantoren Ulrich Meier (Auerbach), Matthias Grummet (Zwickau) und Enrico Langer (Ehrenfriedersdorf). (dien)

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