Junge Vogtländerin spendet Haare für krebskranke Kinder

Ronja Blechschmidt aus Waldkirchen hilft auf eine besondere Art und Weise. Dabei war es gar nicht so einfach, dafür fachmännische Hilfe zu bekommen.

Waldkirchen/Zwickau.

Dass es schwierig sein kann, etwas für an Krebs erkrankte Menschen zu tun, haben jetzt Reina Blechschmidt und ihre Tochter Ronja aus Waldkirchen erfahren. Das zwölfjährige Mädchen möchte seine Haare spenden, damit daraus Perücken geknüpft werden können. Die sollen Kinder erhalten, die bei einer Krebstherapie ihre Haare verloren haben.

Fündig geworden ist die Mutter nach langer Suche im Internet beim Friseursalon "Haarschwung" in Zwickau. "Im Vogtland habe ich keinen Friseur gefunden, der die Haare schneidet und danach auch weiterleitet", berichtet Reina Blechschmidt. Das bestätigt Heike Vogel, Inhaberin des Zwickauer Salons. "Mit mir gibt es in ganz Sachsen wahrscheinlich nur drei Friseure, die so etwas machen", so die Friseurmeisterin.

Sascha Aurich

Aurichs Woche:Der „Freie Presse“-Sonntagsnewsletter von Sascha Aurich

kostenlos bestellen

Und warum sich möchte sich das Mädchen aus Waldkirchen von ihrer derzeit etwa 60 Zentimeter langen Haarpracht trennen? "Meine Mama war vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt. Und damals hat sie eine Perücke gebraucht", sagt die Sechstklässlerin der Lengenfelder Lessing-Oberschule. Dadurch kam die Tochter auf die Idee, die Haare zu spenden, denn sie möchte sie abschneiden. Außerdem findet es Ronja Blechschmidt schade, wenn man ihre Haare einfach wegwerfen würde. Die Schülerin möchte künftig eine moderne Kurzhaarfrisur haben. "Vielleicht einen Bob."

Damit ist die junge Vogtländerin noch lange nicht so extrem wie ein Mädchen, das bei Heike Vogel auch ihre Haare gespendet hat. "Sie hatte etwa 60 Zentimeter langes Haar und hat es sich auf drei Millimeter Länge abrasieren lassen." Eine Bedingungen müssen alle Spender erfüllen, die im Haarschwung vorsprechen: "Die Haare müssen mindestens 30 Zentimeter lang sein", erklärt die Friseurmeisterin. Beachten müssen die Kunden aber noch einen anderen Punkt: Der Haarschnitt ist für Spender kostenlos. Wer aber spezielle Wünsche hat, muss das bezahlen. "Wer zu mir kommt, bekommt keinen kostenlosen Friseurbesuch. Der Haarschnitt wird aber von den anderen Kosten abgezogen", erklärt Heike Vogel. Sie schneidet die Haare ab und schickt sie an den Verein "Die Haarspender" in Österreich. Dort werden die Perücken geknüpft. Die Meisterin hat sich vor etwa zwei Jahren auf der Datenbank des Vereins registrieren lassen. Seitdem hat sie 15 Haarspenden nach Österreich geschickt. Die daraus gefertigten Perücken erhalten kostenlos an Krebs erkrankte Kinder zwischen 4 und 17 Jahren, die ihre Haare bei der Therapie verloren haben.

Auf die Idee der Haarspende kam Heike Vogel, weil "man mit Haaren viel machen kann". Doch das ist nicht das einzige Thema, bei dem sich die 32-jährige Zwickauerin karitativ betätigt. Von einer Freundin hat sie von einer besonderen Aktion erfahren, die der Schlagersänger und Schauspieler Frank Zander seit Jahren in der Adventszeit in Berlin organisiert. In diesem Jahr gehört nun auch Heike Vogel zu dem Team, das Zander bei dessen 24. Weihnachtsfeier für Obdachlose am Freitag unterstützt. Sie schneidet dort den Menschen auf Wunsch die Haare und den Bart, "damit sie sich wieder wohlfühlen können". Einen speziellen Anlass für ihre Hilfsbereitschaft gebe es nicht. "Es liegt wahrscheinlich in meiner Natur, dass ich anderen Menschen helfen möchte", sagt Friseurmeisterin Vogel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...