Junges Ellefeld: Volleyballplatz soll noch dieses Jahr kommen

Seit einem Jahr engagiert sich eine Gruppe von jungen Leuten für ihre Gemeinde, der Zuspruch ist groß, und es gibt viele Ideen. Nun erhalten die Jugendlichen eine unerwartete Geldspritze, die sie gut brauchen können.

Ellefeld.

Auch das gibt's: "Eine Nachbarin hat sich bei uns beschwert, weil wir zu leise sind", berichtet Lenny Roth (16) lächelnd. Die von ihm geleitete Gruppe "Junges Ellefeld" hat seit Kurzem ein Büro in einem Neubaublock am Göltzschtalblick. Die betagte Dame habe sich über den Jugendtreff gefreut - und sei dann enttäuscht gewesen, dass sie kaum etwas hörte. Vor einem Jahr fand sich die Gruppe zusammen, nach Angaben des Vorsitzenden ist die Mitgliederzahl seitdem von 8 auf 20 gestiegen. "Wir sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, fast alle waren schon vorher befreundet", sagt Lenny Roth, der in Auerbach wohnt und in Rodewisch das Gymnasium besucht. "Aber mein Herz schlägt für Ellefeld", sagt der junge Mann - unter anderem, weil er hier Fußball spielt.

Am Mittwoch ist ein großer Tag für das "Junge Ellefeld": Die Gruppe bekommt unerwartete finanzielle Unterstützung durch die in Falkenstein ansässige Erfal-Stiftung. Einen Scheck über 1000 Euro wird Sören Voigt, CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied des Stiftungsbeirates, überreichen. Das Geld können die Jugendlichen gut gebrauchen: Es soll für die weitere Ausstattung des neuen Büros verwendet werden. Noch sieht es dort recht kahl aus.


In den vergangenen Monaten haben die jungen Leute sich unter anderem an der Ideensammlung zur Belebung des Ellefelder Ortskerns beteiligt. Dessen Mittelpunkt soll das Gebäude des Ellefelder Markts werden, im Dachgeschoss möchten die Jugendlichen gern mit einziehen. "Das ist zentral gelegen, und wir könnten auch das Grundstück mit nutzen", sagt Lenny Roth. Doch bis es soweit sei, werde es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern.

In greifbarer Nähe liegt dagegen ein anderes großes Anliegen der Gruppe: ein Volleyballplatz für Ellefeld. Das Vorhaben ist inzwischen in den Gemeindehaushalt eingeplant worden, bestätigt Bürgermeister Jörg Kerber (parteilos). "Der Platz soll am Gewerbering, in der Nähe der Feuerwehr, entstehen - noch in diesem Jahr." Mit etwa 2000 Euro seien die Kosten überschaubar. "Ich würde mir sehr wünschen, dass die Jugendlichen beim Bau selbst mit Hand anlegen können", so Kerber. Denn was man selbst mit gebaut habe, das schätze man besonders. Wie sich das umsetzen lasse, müsse man sehen: "Das meiste wird ja mit dem Mini-Bagger erledigt." Zunächst hatte es Pläne für einen Beach-Volleyballplatz gegeben - doch der wäre erheblich teurer geworden.

Tatkräftig mitgemischt haben die Jugendlichen in den vergangenen Monaten unter anderem beim Familienfest der Kita "Kinderwelt Ellefeld" sowie bei einer Vernissage im Oberen Schloss. Und im MDR-Beitrag über die Gemeinde unter der Rubrik "Unser Dorf hat Wochenende" spielte das "Junge Ellefeld" eine wichtige Rolle. Auf Facebook und Instagram wird über die Aktivitäten informiert.

Man befinde sich "auf dem Weg zum eingetragenen Verein", sagt Lenny Roth: "Gut wäre, wenn wir auch die Gemeinnützigkeit bekommen könnten." Zur Gemeindeverwaltung habe man einen guten Draht, setze jedoch darauf, so viel wie möglich in Eigenregie zu machen.

Sehr schwach vertreten ist in der Gruppe bisher übrigens das weibliche Geschlecht: Kiki Wanke ist bisher die einzige junge Frau, die regelmäßig dabei ist. Lenny Roth und seine Mitstreiter hoffen, dass sich dies mit zunehmender Bekanntheit ändert.

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