Katholiken vor Gemeindefusion

Beim Weihnachtsliedersingen am Samstag in Auerbach reichte der Blick auch schon ins neue Jahr. Große Strukturveränderungen stehen bevor.

Auerbach.

Fast bis zum letzten Platz hat sich die Katholische Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" in Auerbach für das Weihnachtsliedersingen am Samstag gefüllt. Wie es die Tradition will, ist die letzte Veranstaltung im Jahr keine Einbahnstraße. Zwar gibt der Kirchenchor Auerbach/Falkenstein mit Ulrike Braun als Leiterin den Ton an. Zwischendurch überlassen aber die 35 Musiker in Abständen ihrem Publikum das "Wort".

Pfarrer Ralph Kochinka zufolge ist die Kirche beim Weihnachtsliedersingen immer so voll. Er appellierte bei dieser Gelegenheit, die eigentliche Botschaft und Bedeutung der Feierlichkeiten nicht zu vergessen. Weihnachten sei ein Fest der Liebe und des Friedens sagte er. Und hatte auch eine Antwort auf die Frage, ob man angesichts des Elends in vielen Teilen der Welt überhaupt noch feiern könne. Natürlich, antwortete sich Kochinka selbst. Jesus sei ein Kind von "obdachlosen, flüchtenden Eltern" gewesen, die "nur ein Eckchen in einem Stall ergattern konnten".

Dass die katholischen Kirchgemeinden Auerbach und Falkenstein einen gemeinsamen Chor haben, kann als Vorbote gesehen werden. Denn 2020 steht beiden Großes ins Haus: Gemeinsam mit ihrer Reichenbacher Schwester-Pfarrei werden sie eine Fusion eingehen. Geplant ist die Zusammenlegung mit Gottesdienst in der Kirche und Festveranstaltung in der Schloss-Arena am 28. Juni. Dann erhält die Pfarrei auch ihren neuen Namen. "Sie wird St. Christophorus heißen, also nach dem Patron der Reisenden benannt", sagte Pfarrer Ralph Kochinka. Er betreut die Auerbacher und Falkensteiner Pfarreien seit fast drei Jahren.

Es sind die Zeichen der Zeit, denen die drei katholischen Göltzschtal-Gemeinden mit der Fusion Rechnung tragen. "Das passiert in ganz Sachen und Ostthüringen", berichtete Pfarrer Kochinka. "Wir haben immer weniger Gemeindemitglieder und hauptamtliche Priester." Mit Fusionen blieben die Strukturen händelbar.

Begonnen hat dieser Prozess bereits 2015. Damals entschieden sich die Pfarreien, den Weg in Zukunft gemeinsam zu gehen. Aus geografischen Gründen fiel die Wahl der zentralen Pfarrkirche auf Auerbach. Zwei Hauptamtliche werden sämtliche Gemeindegeschicke leiten: der Auerbacher Geistliche Ralph Kochinka und Josef Reichl von der Katholischen Pfarrei St. Marien in Reichenbach.

Im Laufe der Jahre schrumpften die drei Gemeinden auf jeweils etwa 900 Mitglieder. "In Dresden und Leipzig gibt es Pfarreien mit acht- bis zehntausend", zog Kochinka Vergleiche. "Das ist schon eine andere Dimension." Noch halten sich Zuzüge, Taufen und Todesfälle die Waage. Dennoch kämpft man mit einem hohen Altersstand. "Die jungen Leute gehen nach der Schule weg", sagte der Pfarrer. "Und es kommen nicht unbedingt alle wieder."

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