Katzendreck: Den Vogtländern stinkt es

Wegen massiver Belastung in der Region häufen sich die Beschwerden in der Landkreisbehörde. Die Ursache liegt in Böhmen.

Auerbach.

Mit einer "besonders hohen Intensität" hat das Umweltamt des Vogtlandkreises am Montag die Geruchsbelastung in Plauen und dem Vogtland mit dem sogenannten Katzendreck-Gestank eingestuft. Laut der Behörde häuften sich zuletzt die Meldungen und Beschwerden von Bürgern. Der Schadstoff-Cocktail kann in hoher Konzentration und über längere Zeit zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen. Gegebenenfalls sei ein Arzt aufzusuchen, so die Behörde. Erstmals seit langer Zeit zog der Gestank, der im grenznahen Raum zu Tschechien häufiger wahrnehmbar ist, über das obere Vogtland bis nach Plauen. Auch aus der Region um Auerbach, Reichenbach sowie aus dem Kreis Zwickau erreichten die Redaktion Beschwerden. Das zuständige Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wertet Meldungen über solche Beeinträchtigungen aus. Allein 20 Beschwerden gingen dort für den Sonntag ein. "Diese hohe Anzahl spricht dafür, dass es ein Ereignis gegebenen haben muss. Wir haben deshalb an die tschechischen Umweltbehörden geschrieben und die hohe Anzahl der Geruchsbeschwerden übermittelt", informiert Sprecherin Karin Bernhardt.

Die Ursache für die Geruchsbelastung liegt in den Abgasen der Braunkohle verarbeitenden Industrie im Westteil des böhmischen Beckens, betonte das Umweltamt des Vogtlandkreises. Konkret: Sokolov. Bei den geruchsintensiven Stoffen handelt es sich vorrangig um Mercaptane, erklärt die Kreisbehörde. Das ist eine unangenehm riechende alkoholartige chemische Verbindung, bei der der Sauerstoff durch Schwefel ersetzt wird. Bei bestimmten Wetterlagen werden die Schadstoffe angereichert und bis ins Vogtland geweht. Aber: "Anhand der Messwerte für Schwefeldioxid und Benzol an der Luft-Mess-Station Klingenthal lässt sich die Belastung nicht erkennen. Sie liegen für beide Luftschadstoffe deutlich unter den Grenzwerten", so Karin Bernhardt vom Landesamt. Schon am Wochenende war der Gestank in der Region wahrnehmbar. Über das Lesertelefon meldete sich eine besorgte Plauenerin, die mehr Informationen seitens der Umweltbehörden forderte. "Es ist zu wenig, nur zu registrieren, an welchen Tagen es stinkt."

Betroffene werden gebeten, das Auftreten des Katzendreckgeruchs dem Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft zu melden, Telefonnummer 0351 261 251 04.

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