Klare Regel: Wildfüttern in der Natur nur bei Notzeiten erlaubt

In der Natur müssen sich Wildtiere ihr Futter fast immer selbst suchen. Es sei denn, es herrscht eine Notzeit. Besser haben es dagegen die Tiere, die in Gehegen gehalten werden.

Plauen/Ellefeld.

Nach langer Abstinenz ist der Winter ins Vogtland zurückgekehrt. Für Forstfachleute aber noch kein Grund, Wildtiere mit zusätzlichem Futter zu versorgen. Denn es fehlen die Notzeit-Kriterien. Notzeit heißt: Der Schnee ist verharscht oder fällt in rauen Mengen. Waldbewohnern außerhalb Notzeiten Futter anzubieten, gilt entsprechend landesrechtlicher Bestimmungen als Missbrauch.

Nach Worten von Ines Bimberg, Presseverantwortliche im Forstbezirk Plauen, wird Schalenwild jenseits absoluter Notlagen seit langem nicht mehr gefüttert. Zum Schalenwild zählen in hiesigen Breiten Rehe, Rot- und Damwild, Schwarzwild und Mufflons. Wenn Handlungsbedarf besteht, sind Jagdbezirksinhaber verpflichtet, auf grünes Licht von der Unteren Jagdbehörde zu warten anstatt im Alleingang zu handeln. Zugefüttert werden dürfen laut Ines Bimberg Heu und Waldfrüchte wie Bucheckern, Eicheln und Kastanien. Außerdem Grassilage und Rüben. Früchte, die den Ernährungsbedürfnissen heimischer Wildarten entsprechen.

Unabhängig von der Wettersituation sollen Privatleute eigenmächtige Fütterungen unterlassen, betont Ines Bimberg. Brot oder andere Mitbringsel aus der Küche seien tabu. "Aber auch bei Waldfrüchten ist das so eine Sache", sagt die Försterin und zertifizierte Waldpädagogin. "Wenn im Herbst gesammelte Kastanien und Eicheln im Keller stehen, sind sie jetzt vertrocknet. Die frisst kein Wild mehr." Fachleute gehen anders vor. "Wir legen sie in Salzlake ein, weil die Tiere auch das Salz brauchen", berichtet Bimberg. Wer trotzdem helfen will, kann sich bei Jägern nach Möglichkeiten der Hilfe erkundigen. Förstern sei geholfen, wenn Waldwege nicht zugeparkt würden, erklärt Ines Bimberg. "Platz für einen Pkw daneben reicht nicht aus."

Im Gegensatz zum Fütterverbot bei Wildtieren muss Gunter Schöniger vom gleichnamigen Ellefelder Landwirtschaftsbetrieb sein Wild regelmäßig füttern. Zum Unternehmen gehört ein Wildgehege am Ortsrand von Ellefeld. Versorgt würden die Tiere - Dam- und Rotwild in getrennten Gehegen - mit Heu. Auch Schöniger muss rechtliche Vorgaben einhalten. "Wir dürfen nichts verfüttern, was wir nicht kontrolliert produzieren", sagt er.

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